Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)
Die awarischer Kultur - Falko Daim: Das Gräberfeld von Zillingtal. Die Grabungen 1985–89
Das Gräberfeld von Zillingtal Die Grabungen 1985-89 FALKO DAIM, WIEN Die Katastralgemeinde Zillingtal (Gem. Steinbrunn-Zillingtal, pol. Bez. Eisenstadt) liegt an der niederösterreichisch - burgenländischen Grenze, etwa 10 km südwestlich von Eisenstadt. 1927 wurde hier auf einer Anhöhe nordwestlich des Ortes anläßlich des Baues einer Kleinbahn für den Zuckerrübentransport ein awarisches Gräberfeld entdeckt. Im Zuge einer rasch durchgeführten Notbergung konnten 81 Gräber gerettet werden. 1930 fand unter der Leitung von Julius Caspart eine Plangrabung statt, wobei sich das Staatsmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin an den Kosten beteiligte und dafür einen Teil des ergrabenen Materials der 130 freigelegten Gräber erhielt. Die übrigen Funde befinden sich im Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt, in der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums sowie im Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien. Bevor die Grabungen 1930 eingestellt wurden, legte man Sondagen an, um einen Eindruck von der Ausdehnung des Friedhofes zu bekommen. Julius Caspart bildete 1935 im Rahmen einer Teilpublikation einen Gräberfeldplan ab, der auch zeigt, an welchen Stellen man bei der Sondierung fündig geworden ist (Caspart 1935). Da das Gräberfeld nicht wie so viele andere durch Erd- oder Bauarbeiten zerstört worden war, sondern in einem ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Gelände liegt, weil überdies feststand, daß zumindest ein Teil des Friedhofes noch nicht ergraben worden war, wurde beschlossen, im Rahmen eines Forschungsschwerpunktprogrammes der österreichischen Rektorenkonferenz gerade diesen Friedhof weiter zu erschließen. Im Sommer 1985 fand eine erste Testuntersuchung statt, wobei die Schichtenfolge geklärt werden sollte, insbesondere, ob künftig der Humus mit maschineller Unterstützung entfernt werden könnte. Im Bereich der Sondagen von 1930 wurde ein Suchschnitt angelegt und dabei insgesamt 40 Gräber festgestellt, wovon 26 freigelegt, dokumentiert und geborgen werden konnten. Da im Verlauf der weiteren Untersuchungen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Julius Caspart bereits untersuchte Gräber noch einmal geöffnet werden müssen, die Identifizierung aber erst im Verlauf der Auswertung zweifelsfrei erfolgen kann, hatte die Numerierung der Gräber unabhängig von den bereits bekannten zu erfolgen (Gräber D 1, D 2, usw.). Im Zuge der Kampagne 1986 wurde eine Fläche von fast 700 m 2 geöffnet, diesmal jedoch mit Baggerunterstützung und unter Einschluß des Schnittes von 1985. Die Zahl der festgestellten Grabgruben erhöhte sich 1986 auf 108, es konnten 155