Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)
Die awarischer Kultur - Éva Garam: Über den Juwelankragen von byzantinischem Ursprung aus Ozora-Tótipuszta
/ Über den Juwelenkragen von byzantinischem Ursprung aus Ozora-Tótipuszta ÉVA GARAM, BUDAPEST Aus den Goldschmiedeprodukten der justinianischen und folgenden Zeiten gelangten durch die Awaren zahlreiche Produkte auch in das Karpatenbecken. Diese bilden in der Awarenzeit die grösste Gruppe der Gegenstände byzantinischen Ursprunges. Wie aber der byzantinische Gold- und Silberschmuck in das Karpatenbecken gelangt ist noch immer nicht geklärt. Es ist schwer zu entscheiden, ob diese Gegenstände als Geschenk, Beute oder Handelswaren in den Besitz der Awaren gekommen sind. Die ersten zwei Möglichkeiten scheinen ziemlich wahrscheinlich zu sein. Der eingehenden technischen Untersuchung der Gegenstände nach sind ein Großteil der früher für Originalstücke gehaltenen, byzantinischen Gegenstände nur mehr oder weniger gelungene Nachahmungen, deshalb dürften sie Handelswaren zwischen den im Karpatenbecken tätigen Goldschmieden und den Besitzern der Gegenstände gewesen sein. Unter den frühawarenzeitlichen Gegenständen stammen zahlreiche und vielerlei Gegenstände aus Byzanz, jedoch über die Umstände ihres Hierhergelangens kann kaum etwas sicheres gesagt werden, wir sind diesbezüglich eher bloß auf Voraussetzungen angewiesen. Zur Klärung dieser Frage müssen wir uns zu allererst mit den byzantinischen oder vermutlich aus Byzanz stammenden Gegenständen vertraut machen. Die byzantinischen Funde wurden bisher nicht entsprechend betont bei der Analyse der einzelnen Gegenstandsgruppen, trotz dessen „daß die Untersuchung der byzantinischen Beziehungen in der ungarischen Archäologie eine alte Tradition hat" (BONA 1971,292-294 mit der früheren Literatur). Außer der Untersuchung der einzelnen Gegenstandsgruppen oder Gegenstandstypen müssen wir die awarenzeitlichen Gegenstände byzantinischen Urspunges möglichst mit Anspruch auf Vollständigkeit einsammeln und analysieren. Aus meiner bisherigen Materialsammlung von Halsketten, Halsschmuck mit Anhängern und Juwelenkragen byzantinischen Ursprunges möchte ich diesmal die Juwelenkragen vorfuhren. Die awarenzeitlichen Juwelenkragen bilden im Kreis des Halsschmuckes byzantinischen Ursprunges eine eigene Gruppe. In diese Gruppe können die in Europa überall bekannten, oft angeführten und in Repros dargestellten Kragen von Ozora-Tótipuszta und Kiskőrös-Vágóhíd gereiht werden. Lange Zeit hindurch war es allgemein akzeptiert, die zwei Kragen als byzantinische Schmuckgegenstände zu beschreiben oder als einen „die byzantinische Mode nachahmenden" Schmuck zu erwähnen. Um die Richtigkeit dieser Feststellungen entscheiden zu können, müssen wir diese Funde gründlich untersuchen. 147