Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die awarischer Kultur - Éva Garam: Über den Juwelankragen von byzantinischem Ursprung aus Ozora-Tótipuszta

fèsen wir jetzt den Kragen von Ozora ins Auge! In seinem über die awari­schen Fürstenfunde geschriebenen kritischen Werk klärte schon I. Bona, daß der für eine Ausstellung von I. Kovrig zusammengestellte Kragen von Ozora in dieser Form nie existierte (BONA 1982-83,106-107; 130-131, Anm. 30). Zu den Zierden des Halsschmuckes (oder der Halsschmucke) von Ozora gehören ein tordierter, goldener Halsring mit Goldblechbulle, ein gepreßtes Goldblechkreuz, ein Kreuz­schenkel, ein blattförmiger Anhänger und ein 6 aus Viereck- bzw. scheibenförmi­gen Zellen, aus Amethystperle und Blechglöckchen zusammengestellter Anhän­ger. Das Zusammengehören der 2 runden Zellen, der 2 großen Amethystperlen und der 2 kleinen Glocken ist als sicher anzunehmen. I. Bona zerlegt in seinem oben angeführten Werk eingehend diese Frage und seiner Meinung nach würden die großen Perlen eher zu den kleinen Ohrgehängen gehören. Dies ist aber wegen den Maßen unmöglich. Die Lösung ist in dem Umstand zu suchen, daß diese Gegenstände alle unter den in Beschlag genommenen Gegenständen des Kunst­händlers aus Fehérvár waren, der das Goldgewicht nur in der Weise wiegen konnte, daß er die Anhänger auseinandergelegt hat. Obwohl die Beschreibung der Erschließung der Gräber von Ozora im vorigen Jahrhundert vorzüglich ist, kann dennoch nicht genau entschieden werden, wie­viel Gräber gefunden wurden und in welchem Grab die in das Museum gelangten Funde, in unserem Fall Halsschmuck und Anhänger waren. (Über die Gräber von Ozora unlängst BONA 1982-83,104-114; 130-132, Anm. ; 24-36. Bona hält die vier aneinandergeknüpften Anhänger und die zwei Einzelglöckchen für den Hals­schmuck eines Mannes). Das gepreßte Kreuz, dessen gerippte Öse abgerissen war und dessen Befestigung mit Hilfe der auf dem oberen Rand und an der oberen Kante der Rückplatte vorhandenen Löcher vorgenommen wurde, kann eine awa­rische oder onogurische Nachahmung sein. Dies unterstützt auch der Kreuz­schenkel des Fundes, der auf demselben Preßmodel erzeugt wurde, wie das unver­sehrte Kreuz. Dieses kleine Stück gelangte als Fragment in das Grab. Als Beweis hierfür soll erwähnt werden, daß es auf dem Rand mit je zwei Löchern, auf dem gebrochenen Schenkelende mit einem kleinen Loch durchbort war, also auf­genäht wurde. In ähnlicher Weise ist auch die als „halbmondförmiger" Loch­schütze rekonstruierte, gepreßte Verzierung mit zwei Löchern und einem Loch durchgeschlagen, die ursprünglich ein blattförmiger Anhänger mit Öse war. Zahl­reiche Analogien finden wir z.B. in den Funden von Kyrenia, Mersin und Kon­stantinopel in Form von gepreßten oder gegossenen Varianten vor (ROSS 1965, PL XIII., XIX, BROWN 1989, PI. 5, 12, 15.). Der blattförmige Anhänger von Ozora ist eine gepreßte Variante des gegossenen Anhänger von Mersin, seine bar­barische Nachahmung. Den Anhänger verzierten ursprünglich ein runder und ein dreieckförmiger Ausschnitt, in welchen Steineinlagen gewesen sein dürften. Der Blattanhänger war vermutlich an eine Kette oder auf den Halsring appliziert. Auf­grund der Analogien bin ich der Meinung, daß er mit dem Kreuz gemeinsam auf­gehängt wurde ursprünglich war vielleicht je ein Stück an beiden Seiten des Kreu­zes (BROSS 1965, PI. XII.). Dem Blattmotiv oder - in umgekehrter Lage betrach­tet - dem Zypressenmotiv dürfte der Taube ähnlich in der zeitgenössischen christ­lichen Symbolik eine Bedeutung zugefallen sein. Die 6 Anhänger der Gräber von Ozora, die aus Goldblech einst mit Steinein­lage, Amethystperle und Glockenanhänger zusammengestellt wurden, sind in ihrer gegenwärtigen Form keine originellen, byzantinischen Erzeugnisse, sondern 148

Next

/
Thumbnails
Contents