Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - Jozef Zábojník: Zur Frage der Kontakte der nördliche Peripherie des awarischen Kaganats mit den westlichen Gebieten

Garnituren im wesentlichen vollständig. Eine einzige Ausnahme bildet die verein­zelt gefundene und bis zu einem gewissen Maße problematische Riemenzunge aus Grab 36 in Leobersdorf (DAIM 1987, 134, Taf. 31:B-4/l). Hinsichtlich der möglichen zeitlichen Verzögerung der Garnituren westli­cher Provenienz im Milieu des awarischen Kaganats war ich bestrebt, ihr chrono­logisches post entweder aufgrund begleitender heimischer Beschläge oder mit Hilfe der horizontalen Stratigraphie zu fixieren. Von 18 Garnituren können auf diese Weise 14 Fundverbände datiert werden: aufgrund begleitender Beschläge 4 Garnituren (MA II - 3, MA -1); aufgrund der horizontalen Stratigraphie 10 Garni­turen (MA II - 6, MA - 1, SPA I - 3); insgesamt 14 Garnituren (MA II - 9, MA - 2, SPA I - 3). Aus den Darlegungen geht hervor, daß die zeitliche Bestimmung der gegenständlichen Garnituren im wesentlichen ihrer Datierung im Westen ent­spricht. Beachten wir die Fundumstände und das Inventar der 18 Gräber mit Beschlä­gen westlicher Provenienz näher. Bloß in drei Fällen kamen sie jn Reitergräbern vor, von denen zwei zerstört waren. Es sind die Gräber 126 in Stúrovo (TOCÍK 1968b, 38), 129 in Stúrovo - Obid (unveröffentlichte Grabung des Autors) und XVI in Wien - Liesing (MOSSLER 1975, 83-84). Aus der Sicht des Begleitinven­tars stellen die Fundverbände mit den Beschlägen nicht Gräber der bedeutendsten Personen auf den gegebenen Gräberfeldern dar, sondern nur den mittelbegüter­ten Verband. Man kann sie nicht einmal für Vertreter einer ausgeprägt militanten Schicht halten. In neun Gräbern wurden zusammen mit den Beschlägen auch Militaria gefunden, am häufigsten jedoch Pfeilspitzen. Ein tatsächlicher Krieger dürfte der Mann aus dem bereits erwähnten Grab XVI in Wien - Liesing gewesen sein, der zusammen mit dem Pferd, mit einer Hiebwaffe und Pfeilspitze ausgestat­tet, begraben war (MOSSLER 1975,83-84, Taf. 1, 111:6-12,4), aber auch die Person aus Grab 240 in Mödling (DAIM 1977,44), deren Ausstattung aus Bogen und Axt bestand. Die schwerste und vorzüglichste Bewaffnung besaß jedoch der Krieger, dessen Grab bei Bauarbeiten in Bratislava-Devin zerstört wurde (Grabung I. KEL­LERS aus dem Städtischen Museum in Bratislava, dem ich für die Zurverfügung­stellung des Materials zur Veröffentlichung an dieser Stelle aufrichtig danke). In etwa 3 m Tiefe wurden bei menschlichen Knochen Bestandteile einer ausgepräg­ten „norditalienischen" Garnitur (Taf. I) zusammen mit einem leicht geschweiften Säbel, einer Axt und minimal zwei Pfeilspitzen gefunden. Da in der Umgebung keine anderen Bestattungsspuren angetroffen wurden, kann das angeführte Grab als ein solitäres betrachtet werden. Erwähnenswert ist noch (im Rahmen der Kol­lektion das vereinzelte) Grab 209 in Nővé Zámky (CILINSKÁ 1966, 44), in wel­chem ein etwa 7-14 jähriges Kind (STLOUKAL-HANÁKOVÁ 1966, 168, hier unter Grabnummer 68 angeführt) zusammen mit einer Garnitur westlicher Her­kunft (Taf. ILA) bestattet war. Die übrigen Gräber enthielten erwachsene Indivi­duen. Die bronzenen „norditalienischen" Garnituren in Gräbern aus der Zeit des awarischen Kaganats unterscheiden sich gegenseitig durch Form, Größe, Verzie­rung und auch Herstellungstechnologie. Die erste Variante bilden größere und schwerere gegossene Beschläge mit einer Verzierung in Form massiver Nieten. Typische Vertreter dieser Gruppe sind die Garnituren aus den Gräbern 216 in Sommerein (DAIM- LIPPERT 1984,249, Taf. 108,109), Devin (Taf. I), aber auch aus einem näher nicht bestimmten Grab entweder aus Leithaprodersdorf oder 106

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