Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - Jozef Zábojník: Zur Frage der Kontakte der nördliche Peripherie des awarischen Kaganats mit den westlichen Gebieten

Sommerein (MITSCHA-MÄRHEIM 1957, 40, Taf. X: 11-16). In Anbetracht der zahlreichen Analogien hauptsächlich in Norditalien (BONA 1963, Abb. 2) sind sie eindeutig als Importe zu betrachten. Charakteristische Repräsentanten der zwei­ten Gruppe sind die Beschläge aus Nővé Zámky (Taf. II: A), aus Grab 110 in Lei­thaprodersdorf (MITSCHA-MÄRHEIM 1957, 39-40, Taf. X:9,10), aus Sturo­vo-Obid (Taf. II.C/1) und aus Grab XVI in Wien-Liesing (MOSSLER 1975, Taf. IV: 6). Sie weisen kleinere Ausmaße auf, sind jedoch gegossen und die Verzierung besteht entweder aus weniger gewölbten Nieten oder aus getriebenen konzentri­schen Kreisen. Derart verzierte Beschläge erscheinen nicht selten auf relativ nahen aber auch entfernteren bayrischen Gräberfeldern, z. B. Linz-Zizlau (LADENBAUER-OREL 1960, Taf. 27,29,30), Altenerding (SAGE 1974, Taf. 80:4) u. a. Sie können ebenfalls für Importe gehalten werden. Eine dritte Gruppe bilden aus massivem Blech geschnittene Beschläge mit getriebenen konzentrischen Krei­sen als Verzierung. Hierher gehören Exemplare aus Sturovo-Obid (Taf. II:C/2-5), Zelovce (Taf. III:A/1, 3-6), Cataj (Taf. III:B) und Holiare (Taf. III:C/l-5). Die angeführten Fundverbände sind, mit Ausnahme des Beschlags aus Cataj (unveröf­fentlicht), aufgrund von horizontaler Stratigraphie in SPA I datiert. Ihrem Gesamtaussehen wie auch manchen Details nach (nach der Befestigungsart an den Riemen mit Hilfe eines flachen Buckelpaares) stehen sie westlichen Beschlä­gen sehr nahe. Sie sind jedoch kleiner und von einfachen Formen. Hinsichtlich der Herstellungstechnologie (aus massiverem Blech angefertigt) stimmen sie jedoch mit den heimischen Erzeugnissen überein, die für den ältesten Abschnitt der Spätstufe so charakteristisch sind. Man kann sie berechtigt als heimische, nicht allzu vollkommene Nachahmungen westlicher Vorlagen betrachten. Eine Bestätigung dieser Ansicht sind auch die Ergebnisse der vor kurzem rea­lisierten Spektralanalysen der Beschläge (die Auswertung wird selbständig publi­ziert werden). Von sieben in der Slowakei gefundenen Garnituren wurden sechs Proben ausgewählt (je eine aus einer Garnitur). Die Proben Nr. 2 (Holiare) und 6 (Zelovce) unterscheiden sich mit ihren Parametern (ausgeprägte Vertretung von Silber und Blei) beträchtlich von den übrigen. Es ist nur noch zu ergänzen, daß es sich um Beschläge aus jenen Garnituren handelt, die wir für heimische halten. Vergleichshalber wird es notwendig sein, in Zukunft mehrere Analysen von unzweifelhaften heimischen Erzeugnissen durchzuführen. Abschließend kann zusammengefaßt werden: Gegenstände westlicher Pro­venienz sind auf Gräberfeldern aus der Zeit des awarischen Kaganats im Raum seiner nördlichen Peripherie nicht vereinzelt. Vor allem Waffen gelangten hier­her, sei es als Handelsartikel oder als Kriegsbeute. Die Gürtelbeschlaggarnituren sind allerdings als ausgeprägtere ethnokulturelle Äußerung ihrer Träger zu betrachten. Manche Funde (z. B. solitäre Gräber, komplette Garnituren) berechti­gen uns, die Voraussetzung einer ausgeprägteren Anwesenheit von Fremden in der Gesellschaft des awarischen Kaganats auszusprechen. Das Streben nach Bei­behaltung einer gewissen kulturellen Identität führte zur Nachahmung westlicher Vorlagen von Seiten der Nachkommen jener Fremdlinge, die ursprünglich Origi­nalgarnituren besaßen. Dafür spräche auch die spätere Datierung der Nachah­mungen ungefähr um einen Zeitabschnitt von 20-30 Jahren. 107

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