Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - Jozef Zábojník: Zur Frage der Kontakte der nördliche Peripherie des awarischen Kaganats mit den westlichen Gebieten

Zur Frage der Kontakte der nördlichen Peripherie des awarischen Kaganats mit den westlichen Gebieten JOZEF ZÁBOJNÍK, NITRA Die Bedeutung von Gegenständen fremder Provenienz die von Zeit zu Zeit bei Ausgrabungen von Fundstellen aus der Zeit des awarischen Kaganats im Kar­patenbecken gefunden werden, braucht nicht eigens hervorgehoben zu werden. Ihr Vorkommen im verhältnismäßig eigenständigen und geschlossenen Kul­turmilieu läßt sich auf mehrfache Weise ausnützen. Nicht zu umgehen ist ihre Bedeutung für die Parallelisierung chronologischer Schemen zweier bzw. auch mehrerer gegenseitig abweichender Kulturkreise (STEIN 1968). Wenn wir sie eindeutig für ein fremdes Element im heimischen Milieu halten - für Importe -, können sie in mehreren Ebenen interpretiert werden: entweder als Ergebnis von friedlichen bzw. Kriegskontakten (Handelsartikel, Beute) oder als Beleg der Anwesenheit von Angehörigen fremder Kommunitäten in der Gesellschaft des awarischen Kaganats (Flüchtlinge, Soldaten - Söldner, Handwerker, Händler u. ä.). Die zweite Alternative ist z. B. mit dem Grab 200 auf dem Gräberfeld in Előszállás - Bajcsihegy belegbar (BONA 1963, 64-68) oder auch mit dem Depot des sog. byzantinischen Metallschlägers aus Zemiansky Vrbovok (SVOBODA 1953). Im Rahmen meines Beitrags werde ich mich mit manchen Gegenständen ­vom Gesichtspunkt der geographischen Lage des Karpatenbeckens - westlicher Provenienz befassen. Es ist ganz natürlich, daß die größte Konzentration ihres Vorkommens im Raum der nördlichen und nordwestlichen Peripherie des Kaga­nats festgestellt wurde, d. h. im Gebiet Österreichs und der Südslowakei (ZÁBOJ­NÍK 1978,206-207). Da Gräber aus dem Frühabschnitt des awarischen Kaganats im behandelten Gebiet vereinzelt sind, trifft man die Gegenstände westlicher Her­kunft in Fundkomplexen aus der mittleren und späten Stufe an. Aus der Sicht der absoluten Chronologie ist dies ein ungefähr von den Jahren 650-800 umgrenz­ter Zeitabschnitt. Im Sinne der Seriation von Gürtelbeschlaggarnituren aus Grä­berfeldern im Gebiet Österreichs und der Slowakei (ZÁBO JNIK, im Druck) kann die, die zweite Hälfte des 7. Jh. einnehmende mittlere Stufe in zwei Zeitabschnitte gegliedert werden (MA I, MA II) und die Spätstufe (8. Jh.) in vier Abschnitte (SPA I-IV). Etwa die wichtigste und zahlreichste Gruppe von Gegenständen, bei denen westliche Herkunft anzunehmen ist, bilden Militaria. Unter ihnen nehmen Hieb­waffen eine dominante Stellung ein. Aus dem Raum Österreichs und der Slowakei kenne ich gegenwärtig 32 Exemplare, von denen den größten Teil (23 St.) längere bzw. breite saxartige Formen einnehmen (Langsax, Breitsax), wesentlich weniger vertreten sind Kurzsaxe (7 St.) und zweischneidige Schwerter (2 St.). 103

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