Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - Jozef Zábojník: Zur Frage der Kontakte der nördliche Peripherie des awarischen Kaganats mit den westlichen Gebieten

Vertretung der westlichen Hiebwaffen in den einzelnen Zeitabschnitten MAI MAII MA in summa 3 2 4 9 SPAI SPA II SPA III SPA IV SPA in summa 6 5 4 2 5 22 undatierbar 1 insgesamt 32 Aus dem dargelegten geht hervor, daß die angeführten Militaria in allen Abschnitten der awarischen Zeit vorkommen. Die Proportionalität ihrer Vertre­tung ist jedoch unterschiedlich. In den älteren Abschnitten (MA I, MA II) ist ihr Vorkommen häufiger. Durch horizontalstratigraphische Analysen von 17 wichti­gen und ausgedehnten Gräberfeldern aus dem Gebiet Österreichs und der Slowa­kei stellte ich das Verhältnis zwischen der Gesamtzahl der Gräber aus der mittle­ren und späten Stufe fest. Die Testkollektion bildeten 3564 Gräber, von denen 19,2% in die MA und 80,8% in die SPA gehörten. Vom Gesichtspunkt der Zahl der verfolgten Militaria sind jedoch die Werte nachfolgend: 28,1% - MA; 68,8% - SPA (1 Exemplar ist undatierbar). Außerdem konnten 6 St. in die SPA I datiert werden. Aus dem angeführten geht hervor, daß das Vorkommen westli­cher Hiebwaffen in den jüngeren Abschnitten der SPA seltener ist. Nicht alle saxartigen Waffen können eindeutig für Erzeugnisse westlicher Werkstätten gehalten werden. Das betrifft vor allem die kurzen Exemplare. Ihrem Gesamtaussehen nach ähneln sie zwar den Saxen, doch unterscheiden sie sich von ihnen durch manche typologische und morphologische Details. Außerdem treten sie in solchen zeitlichen Relationen auf, die nicht ihrer Datierung im Westen ent­sprechen. Sie unterscheiden sich aber auch von den sog. Kampfmessern durch ihre saxartige Form (einschwingender Rücken, breite Klinge). Sie stellen gewisse Hybriden zwischen den saxartigen Hiebwaffen und den Stichwaffen - den Kampf­messern - dar. Es kann berechtigt angenommen werden, daß sie keine Importe, sondern heimische Nachahmungen westlicher Originale darstellen. E. Szameit hält sogar den Großteil der saxartigen Waffen aus dem Gebiet Österreichs für Erzeugnisse heimischer Werkstätten (DAIM-LIPPERT 1984, 86, Anm. 52). Zur Bestätigung dieser Ansicht reichen allerdings einzig und allein morpho­logische Unterschiede nicht aus. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist die Technologie der Waffenproduktion. Aus metallographischen Analysen wissen wir, daß bei der Herstellung vor allem der Säbel aus der MA komplizierte techno­logische Verfahren benützt wurden, deren Ergebnis sehr qualitative Waffen waren (PLEINER 1967,90). Die Säbel aus den Gräbern 442 und 818 in Zelovce, in denen prominente Personen bestattet waren - Sippenoberhaupt bzw. Großfamilienober­haupt - (SZENTPÉTERI 1985, 85), stellen die besten Hiebwaffen auf dem 104

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