Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)
ISTVÁN ZALAI-GAAL Sozialarchäologische Untersuchungen des mitteleuropäischen Neolithikums aufgrund der Gräberfeldanalyse In dieser Arbeit, welche die abgekürzte Variante meiner C. Sc. - Dissertation darstellt, wird ein methodischer Versuch mit archäologisch-statistischer Methode durchgeführt und die archäologischen Ergebnisse und Konzeptionen mit Anspruch auf dessen Entscheidung untersucht, ob sie zu Folgerungen von eventuellen geschichtsfilosophischen Absichten geeignet sind. Die wenigstens teilweise Aufdeckung der neolithischen sozialarchäologischen Verhältnisse wird durch eine einzige Quellengruppe, durch die Analyse der Bestattungen, Gräberfelder- und Gruppen versucht, in deren Bewustsein, dass auch ein „vollwertiges Modell" nur durch die gemeinsamen, paralellen Untersuchungen von, in vollem Masse aufgelegten Gräberfeldern und Siedlungen zu gewinnen ist. So eine Analyse kann aber aufgrund des heutigen Forschungsstandes und der zur Verfügung stehenden Quellen noch nicht unternommen werden. Im ersten Teil der Arbeit wird erörtet, wieweit die Analysen neusteinzeitlicher Gräberfelder zur Erforschung der damaligen Gesellschaft geeignet sind, wieweit die Angaben die Stellung, Rolle, Bedeutung, Macht und den Status der Bestatteten innerhalb der damaligen Gemeinschaft widerspiegeln können. Aus diesem Grund werden die früheren Hypothesen, Theorien u. a. von P. J. R. Ucko, K. J. Narr, L. R. Binford, S. Shennan, J. A. Tainter, J. Lichardus, M. Lichardus-Itten, R. W. Chapman, K. Randsborg, M. Primas, H. W. Willems, P. Van De Velde, E. J. Pader, C. R. Orton, F. R. Hodson, O'Shea, M. Dohrn-Ihmig und S. Nacev-Skomal ausgewertet. Meine analytische Methode bildet Übergang zwischen den „traditionellen" und den mathematisch-statistischen Verfahren: eine solche Variante des Kombinations-Fundkataloges wird angewendet, in dem die einzelnen Gräber in solcher Reihenfolge beschrieben sind, welche - meiner Auffassung nach - der damaligen Hierarchie, Rangordnung unter den bestatteten Individuen entsprechen konnten. Einverstanden mit L. R. Binford (und mit anderen) wird angenommen, dass zumindest vom Beginn der westlichen Linienbandkeramik gewisse Unterschiede unter den Mitgliedern der Gemeinschaften gegeben waren und der Status, das Prestige, die Authorität der Individuen nicht gleich waren. Auch damit kann man einverstanden sein, dass sich die Stellungen, Status, Rollen innerhalb der Gemeinschaften in der Grabsitte (Lage der Skelette, Beigaben, usw.) ziemlich gut bemerkbar widerspiegeln. So z. B. die Personen, in deren Grab eine Gerätekombination von Steinkeule, Steinaxt, Steinkeil und Pfeilspitze gelangt ist, können von grösserer Rolle, wichtigerer Stellung gehalten werden, als die, die nur mit einem Steinbeil, oder mit Silexen versehen worden sind: auch die möglichen Ausnahmen sollte Rücksicht genommen werden. Natürlich nicht nur die Gerätebeiga7 97