Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

ben, sondern auch die keramischen und Schmuck/Trachtfunde werden am einge­hendesten analysiert. Eine grundlegend wichtige Rolle wird den Angaben und Resultaten der an­thropologischen, und wo es möglich ist, den biochemischen (serologischen, sero­genetischen) Bestimmungen zugesagt. Bei der Analyse der Zusammenhänge von Grabsitten und von den Geschlechten der Skelette kann das Geschlecht nicht aufgrund der Grabbeigaben bestimmt werden, sondern umgekehrt: die Erfo­schung des Bestattungsritus, und damit auch die der sozialarchäologischen Analyse soll auf Grund der, mit den naturwissenschaftlichen Forschungsmetho­den festgestellten Geschlechts- und Lebensalterbestimmungen durchgefürt wer­den. Die anthropologischen Bestimmungen aus der Lengyel-Kultur stammen von Zsuzsanna K. Zoffmann, die Blutgruppenuntersuchungen sind von Imre Lengyel, mit seiner eigenen Forschungsmethode, vorgenommen. Mit János Nemeskéri einverstanden wird gemeint, dass so die anthropologischen, wie die biochemi­schen Geschlechtsbestimmungen auch einzeln mehr annehmbare Ergebnisse haben, als die archäologischen; im Falle von Serien ist die Geschlechtsbestim­mung nur dann real angesehen, wenn die Bestimmungen mit beiden Forschungs­methoden voneinander unabhängig gemacht, und ihre Resultate paralell kontrol­liert werden können. Im zweiten Teil ist unser analytisches Modell, aufgrund der Gräbergruppe-B! der spätneolithischen Lengyel-Kultur von Mórágy-Tűzkődomb (SW-Ungarn, Komitat Tolna) vorgestellt, wovon so die anthropologischen, wie auch die bioche­mischen Angaben der Geschlechts- und Lebensalterbestimmungen der Skeletten zur Verfügung stehen. Über die Teilergebnisse unserer Forschungen von Mórágy-Tűzkődomb wurde bisher schon mehrmals berichtet (ZALAI-GAÁL 1983-1984; 1986, I; 1986, IL), jetzt werden nur jene Gruppen innerhalb der bestatteten Population hervorgehoben, welche als Resultate der archäologisch-statistischen, antropologi­schen und biochemischen Untersuchungen hervorgekommen sind: 1 - Erwachsene und junge Männer mit hervorragenden Gerätebeigaben, 2 - Mädchen (inf. IL) mit Schmuck/Trachtbeigaben ausserordentlich reich versehen, 3 - Frauen, die sich mit der grossen Anzahl der Grabkeramik auszeichnen, 4 - Mit Geräte- bzw. Schmuck/Trachtbeigaben durchschnittlich oder „ärmlich" versehene erwachsene Frauen, 5 - Mädchen mit „besonderen" Beigaben und mit besonderer Stellung, 6 - Knaben (inf. I. und Säuglinge) ohne Geräte- und Schmuck/Trachtbeigaben, 7 - Wenige beigabenlose Bestattungen meistens mit Kinderskeletten. Aus alldem folgert man, dass die Organisation und Führung der Produktions­tätigkeit, der Kämpfe und des Handels durch jene Männer versehen werden konnte, die diese Stellung, Authorität, Macht nicht von Geburt ererbten, sondern sie sich mit Hilfe geistiger und physischer Fähigkeiten verschafften. In kleinerer Anzahl gibt es solche Männer auch, die an Tätigkeiten von niederem Range, kleinerer Stellung teilgenommen haben konnten. Unter den Frauen ist deren Anteil am grössten, welche die, für uns vielleicht die am gewöhnlichsten scheinende Arbeit durchgeführt haben konnten. 98

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