Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

100 jedoch nicht die vorausgeschrittene Zerkleinerung der Bauerngüter. Eine Flurbe­reinigung hätte not getan: Eine 10-15 Joch grosse Bauernwirtschaft bestand zu die­ser Zeit aus 60-80 Parzellen. Während des ersten Weltkrieges geriet die Auswanderung nach Amerika ins Stocken. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Arbeitslosigkeit und das Ver­bleiben einer radikalen Bodenreform bewegte viele Szakadáter in den Jahren 1922-1923 wiederum zum Auswandern. Sieben Familien Hessen sich in Kanada nieder. Die Heimkehrer kauften nicht nur Felder, sondern bauten anstelle der alten Lehmhäuser Ziegelgebäude. Die Szakadáter Maurer arbeiteten in den 20-er Jahren mit ihren Kumpanen aus Bátaszék, Tolna, Diósberény auch in der Türkei. Während der Wirtschaftskrise sind die Männer ohne Arbeit geblieben. Sie kehr­ten nach Hause und lebten als Tagelöhner. 1939-1940 fanden sie in Deutschland Arbeit. Die materielle Lage der Gemeinde wurde in den 1920-1930-er Jahren immer schlechter. Wegen der Arbeitslosigkeit, waren die rückständigen Steuern nicht einzutreiben. Die Gemeinde war öfter an staatliche Subvention angewiesen. 1940 wurden die Gemeinden Szakadat und Diósberény zu einem Kreisnotariat vereinigt. Der Amtsitz blieb Szakadat. Zu diesem Anlass wurde ein neues Gemeindehaus gebaut. Der früher gebildete landwirtschaftliche Verein erlebte in den 20-er Jahren einen Aufschwung. 1926 errichtete man ein eigenes Gebäude. Sie organisierten einen Chor, veranstalteten Theateraufïuhrungen, Tanzabende und Vorlesungen. Der Vositzende war der jeweilige Pfarrer, der Kassenwart, Bibliothekar und die sechs bis acht Vorstandsmitglieder wurden gewählt. Die Schule mit zwei Klassenzimmern wurde wegen des Bevölkerungszu­wachses und der höheren Erwartungen zu eng. Man verpflichtete 1938 die Gemeinde zur Errichtung eines dritten Klassenzimmers und Stiftung einer dritten Lehrerstelle. 1926 entstandt eine Ortsgruppe des Ungarländischen-Deutschen Volksbildungsvereins. In den 30-er Jahren entfaltete sich im ganzen Transdanu­bien die Volksbund-Bewegung. Sie leitete zur Unterstützung der Machtstrebun­gen des Dritten Reiches eine starke Agitation unter der deutschsprachigen Bevöl­kerung ein. Die Massenbasis der Bewegung bildeten hauptsächlich die ärmeren Schichten, für die die sozialen Zielsetzungen anziehend wirkten. Im Juni 1940 bil­dete sich in Szakadat die Organisation, welcher sich viele Leute anschlössen. Eine grosse Anziehungskraft übte die Tatsache, dass eine führende Persönlichkeit, der Sprachwissenschaftler Prof. Adam Schlitt, aus Szakadat stammte, aus. Laut der Volkszählung von 1941 waren von 1159 Einwohnern 1122 von deut­scher Muttersprache. Von ihnen sprachen 717 auch ungarisch. Zur ungarischen Nationalität bekannte sich 62 Prozent der Bevölkerung. Deshalb schlössen sich viele der Bewegung „Treue zum Vaterland" an. Die ersten Todesnachrichten von der Ostfront kamen im Jahre 1942. Nach der deutschen Besetzung des Landes begann man mit der Assentierung für die deutsche Armee. Viele Szakadáter meldeten sich lieber in die ungarische Armee. Ende 1944 passierten immer mehr fliehende Truppen das Dorf. Die erste 17 Mann starke sowjetische Streife erschien am 2. December in Szakadat. Der Gemeinde­vorstand Hess die weisse Fahne hissen. Der Pfarrer Joseph Eberhard und der Notar Béla Szivér empfingen die sowjetische Patrouille an der Statue vom hl. Florian. Hier sammelten sich auch die ungarischen Soldaten, die entwaffnet und nach 486

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