Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

99 dung war. 1906 entstand der Arbeiter -und Bauernzirkel, der auch als Interessen­vertretung tätig war. Aus der Jugendbibliothek liehen sich sonnabends 100-120 Leute Bücher aus. Die auf den gesellschaftlichen Aufstieg gerichtete Wertordnung der deut­schen Bauern bestimmte auch die Gewohnheiten, Ehen und ganze Lebensweise. Es heirateten Leute gleichen Vermögensstandes untereinander. In der Wertord­nung der Gemeinde nahmen die Bauern einen höheren Rang ein als die Handwer­ker, deshalb wollten alle eine eigene Wirtschaft erwerben. Damit das Vermögen nicht in die Hände fremder Leute gerate, kam es immer öfter zu Ehen zwischen Verwandten. Ihre Kleidung und Nahrung war einfach, jeglicher Aufwände ledig. 1900 standen 209 Häuser im Dorfe. Von ihnen war eins aus Brennziegeln, 11 hatten Fundamente aus Stein, die übrigen waren Lehmbauten. 92 Gebäude waren mit Stroh bedeckt. Die Periode vom Ausgleich bis zum ersten Weltkrieg war eine Epoche der raschen wirtschaftlichen Entwiclklung. Sie wurde vom Krieg unterbrochen. Die Versorgung der Front verlangte vom Hinterland grosse Anstrengungen. Trotz der Kriegskonjunktur ging die landwirtschaftliche Produktion zurück, es meldeten sich Verpflegungssorgen. Aus Szakadat rückten mehr als 100 Männer ein, von denen 34 nie zurück­kehrten. Die ausserordentlichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, der Mangel an Lebensmitteln und an Bedarfsartikeln machte das Leben schwer. Die aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten und Maurer bildeten die Basis der Räterepublik in Szakadat. Die wichtigste Aufgabe der Vertreter der neuen Macht war die Siche­rung der Verpflegung. Da die Bodenreform verblieb, kam es zu keinen tiefgreifen­den Umwälzungen im Leben des Dorfes. Der zerrütteten Wirtschaft wurde erst Jahre später, nach dem weissen Terror auf die Beine geholfen. Der verlorene Krieg, der Zerfall der Monarchie schuf neue Voraussetzungen für die Entwicklunge der Wirtschaft, in Betreff der Rohstoff­quellen, Produktionskapazitäten und Absatzmärkte. Die ungünstigen Umstände hinderten die Entwicklung der Landwirtschaft, sowohl im Ackerbau als auch in der Tierzucht. Zwischen den zwei Weltkriegen sank die Rentabilität der arbeitsintensiven Kulturen, deshalb ging ihre Produktion zurück. Das Ackerland, die Wiese, die Hutweide wurde kleiner. Die Weingärten verringerten sich von 71 Joch auf 31 Joch. An ihrer Stelle gewann der Wald an Boden. An den unfruchtbaren, steilen Berghängen, die man früher mit grossem Aufwand urbar machte, pflanzte man nun Wälder an. Der Viehbestand verminderte sich nicht einmal während des Weltkrieges, in der Nachkriegszeit nahm seine Zahl sogar zu. Die Versorgung mit Futter machte besonders den Zwergbauern Sorgen. Während der Wirtschaftskrise sank die Zahl der Rinder, sie erreichte nicht einmal das Niveau vom Jahre 1911. Die Bevölkerungsanzahl betrug im Jahre 19301129 Personen. Die enge Dorfflur konnte einem grossen Teil der Bevölkerung den Lebensunterhalt nicht sichern. Im Jahre 1935 waren von den 235 Besitzern 63 Bauern, die weniger als ein Joch Feld hat­ten. Die durchschnittliche Grösse der einzelnen Bauernwirtschaften sank. Zur Zeit des ersten Weltkrieges kam das Prinzip der gleichen Beerbung zur Geltung. Da die Zahl der Kinder in den Familien weniger wurde, beschleunigte es 32 485

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