Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

Die kleinen Dorfgemeinschaften existierten voneinander unabhängig, die Bewoh­ner der einzelnen Dörfer standen grösstenteils in blutverwandschaftlicher Bezie­hung zueinander. Diese kleinen Einheiten konnten durch den Ritus zueinander in Verbindung stehen, die alljährlichen Zeremonien, Opfer, die in den kultischen Zentren (wie z. B. in den Kreisgrabenanlagen) getrieben wurden, spielten eine entscheidende Rolle dabei. In den behandelten Kulturen hatten die Männer die führende Rolle so in den kleineren Einheiten, wie in den Dörfern. Das steht in Zusammenhang mit dem, was Sahlins über die Rolle der Häuptlinge festgestellt hat. Aus den Spu­ren der mitteleuropäischen neolithischen Gräberfelder meinte auch Milisauskas, dass manche Männer die führende Rolle aufgrund ihrer eigenen persönlichen Eigenschaften, Fähigkeiten geschafft hatten. P. Van De Velde ist im Fall von Els­loo der Meinung, dass in die Gräber mit den meissten Arten der Gerätebeigaben vielleicht Häuptlinge bestattet werden konnten, die aufgrund des Prinzips „primus inter pares" die Tätigkeit der Gemeinschaften während der Produktion, der Kämpfe und des Handels geführt haben. Neben der Untersuchung der Struktur von den Gemeinschaften spielte die Erforschung der verwandschaftlichen Beziehungen die Hauptrolle im Mittel­punkt unserer Analyse, diese Fragen können nicht voneinander getrennt behan­delt werden. Wie schon erwähnt, wird der Kern der Stammessektionen durch die Abstam­mungsgruppen gebildet. Die Abstammung kann patrilinear, matrilinear oder kog­natisch sein; die Abstammungsgruppen können zerstreut oder ortsgebunden, hie­rarchisiert oder egal, exogam, endogam oder agam sein (SAHLINS 1973). Im mit­teleuropäischen Neolithikum existierte - unserem Erforschungen nach - auch das matrilineare Abstammungswesen, das sich mit der matrilokalen Ehe verbindet. Aus den patrilokalen Abstammungswesen gibt es keine eindeutigen Daten aus den erforschten Perioden, aber das kognatische Abstammungswesen kann nicht ausgeschlossen werden. Von dem kognatischen Abstammungswesen ist so viel zu erwähnen, dass die Gruppen der Individuen, welche von demselben Ureltern-Paar stammen, weder exogam, noch agam sind, die Mitglieder dieser Gruppen können sich entspre­chend der Reihenfolge der Abstammung, in hierarchische Rangordnung arrangie­ren, sie können aber auch egal sein (SAHLINS 1973). All dies in Betracht genom­men ist zu meinen, dass eine der Ursachen der, in den Gräberfeldern der westli­chen Linienbandkeramik und der Lengyel-Kultur ausgezeigten Hierarchie auch das kognatische Abstammungswesen sein konnte. Dass heisst, bis die Daten für die matrilineare Abstammung in beiden Kulturen zu finden sind, solange kann die kognatische Abstammung nur aufgrund indirekter Angaben angenom­men werden. Mit den Meinungen mehrerer Forscher einverstanden halten wir für wahr­scheinlich, dass die matrilineare Verwandschaftsbildung und die Dominentie der Männer zwei, nebeneinander lebende Erscheinungen in den erforschten Perio­den des Neolithikums gewesen sind. Eine Population kann endogam oder exogam sein. Das Vorkommen der Endogamie wurde durch Imre Lengyel mit grosser Wahrscheinlichkeit ausge­zeigt; es könnte um genetische Endogamie gehen. Das genaue Mass der Endoga­mie ist aber unbestimmtbar. Wir halten für ausgeschlossen, das z. B. die Ehe 108

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