Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

zu finden. In diesen Fällen wird angenommen, dass es um solche Personen gäht, die aus anderen Gemeinschaften (Familien, Sippen, Dörfern) gekommen sind, und deren abweichende Keramik auf die originale Herkunftsgemeinschaft hindeuten kann. Das Geschlecht dieser Bestatteten von Zengővárkony ist nicht bekannt, es ist aber aufgrund weiterer Beispiele nicht ausgeschlossen, dass die Männer in die Gemeinschaft der Frau aufgenommen werden konnten. Die Männerberstattung 10 von Mórágy-Tűzkődomb ragt nicht nur mit ihrer entge­gengesetzten Richtung aus den umliegenden Gräbern hervor, sondern auch mit ihrer Keramik. In der Gräbergruppe VI/A von Zengővárkony liegen die Bestattungen eines Mannes, eines Erwachsenen von unbekanntem Geschlecht und vier Kinder nebeneinander, bei diesen wird an den Bestattungsplatz einer Familie gedacht: die Gefässkombinationen des Mannes ist fremd zu den anderen, auch er konnte in die Gemeinschaft seiner Frau „von aussen" ankommen. Zwischen den Keramiken der Männerbestattung 314 und der Frauenbestattung 313 gibt es Zusammen­hänge, wie auch Unterschiede, auch in diesem Fall kann es sich um aus unter­schiedlichen Gemeinschaften stammende Eheleute handeln. Je näher die verwandschaftlichen Beziehungen zwischen den Bestatteten waren, desto grösser kann die Ähnlichkeit der keramischen Kombinationen gehalten werden. So in Mórágy-Tűzkődomb, wie auch in Zengővárkony ist mehr­mals zu erfahren, dass die Gefässkombinationen der Kinder, welche miteinander mit grosser Wahrscheinlichkeit von geschwisterlicher Beziehung waren, entweder vollkommen übereinstimmen, oder so eine Ähnlichkeit zeigen, auf dessen Grund, auch unabhängig von den Resultaten der Blutgruppenuntersuchungen, blutverwandschaftliche Beziehungen zwischen ihnen aufgenommen werden kön­nen. Es gibt Beispiele auch davon, dass unter den Mitgliedern einer Kleinfamilie die Gefässkombination des Kindes Zusammenhänge zu denen der Eltern hat, bis das keramische Material der angenommenen Eltern keine eindeutigen Übereinstimmungen aufzeigt. Aus beiden lengyelzeitlichen Fundstellen gibt es Angaben, welche zeigen, dass der Mann in die Gemeinschaft seiner Frau aufgenommen werden konnte. Das bedeutet nicht, dass die Bevölkerung der Lengyel-Kultur ausschliesslich die matrilokale Ehe trieb, sondern nur das, dass auch diese Form der Ehe bekannt war und getrieben wurde. Die matrilokale Ehe hängt auch mit dem matrilinearen Abstammungswesen zusammen: die Rolle und Stellung der Frauen in Beziehung mit dieser Frage im Falle von Mórágy-Tűzkődomb hat ausführlich erörtet, betont, dass an der Spitze der, in der Keramik erschienenen Hierarchie hauptsächlich Frauen gestan­den haben. In Zengővárkony ist so viel zu sehen, dass die Hierarchie der, mit rei­chem keramischen Material versehenen Bestattungen nicht mit der Rangordnung der, mit reichen Gerätebeigaben bestatteten Personen übereinstimmt. Das würde also bedeuten, dass in die Mehrzahl der Bestattungen mit reichster Keramik in Mórágy-Tűzkődomb, wie auch in Zengővárkony weibliche Personen bestattet werden konnten. Die Rolle und Stellung, welche sich durch die keramischen Bei­gaben widerspiegelt, kann nicht eine führende Rolle sein, nachdem in manchen Gräbergruppen-, bzw. Gruppierungen kleine Mädchen, weibliche Säuglinge an der Spitze der keramischen Hierarchie zu finden sind. Ausser den Ergebnissen der Blutgruppenuntersuchungen und der archäolo­104

Next

/
Thumbnails
Contents