Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Nikola Tasić: Sopot–Lengyel, Lasinja und Boleraz Funde in Gradina am Bosut in der Nähe von Šid

tur zählt. In der neuen Einteilung würde er die Bezeichnung Bosut I - finales Neo­lithikum erhalten; 2.) Eine Änderung des Schichtcharakters bemerkt man in einer Tiefe von 5,30 m (NH 81,62 m), wenn keramisches Material der Balaton-Lasinja 1/ II-Kultur erscheint, und gleich danach, ohne sichtbare Unterbrechung, eine Schicht, die Keramik aus der vorangegangenen Phase enthält, aber gleichzeitig auch Funde vom Boleraz-Stil. Dieser Schichtteil wird als Bosut II bezeichnet, mit den Phasen IIa, zu der Material des Balaton-Lasinja-Stils gehört, und IIb mit Bole­raz-Keramik. 3.) Der neue Wohnhorizont, Bosut III beginnt bei einer Tiefe von 4,70 m (NH 82,26) und gehört zur frühen Bronzezeit. Hier dominiert Vinkovci-Ke­ramik, aber es treten einerseits auch Importfunde der Vatin-Kultur und anderer­seits südpannonische inkrustierte Keramik auf. Früher trug diese Schicht die Be­zeichnung Bosut IL Die weitere Entwicklung der Kulturschicht auf Gradina inte­ressiert uns im Augenblick nicht, da sie den Kulturen der älteren und jüngeren Ei­senzeit (Bosut IV und V) entsprechen. Bevor wir zur Analyse des Inhalts einzelner neolithischer und äneolithischer Horizonte in Gradina übergehen, muß die breitere Bedeutung der Stratigraphie dieses Fundortes betont werden, die für die Interpretation von Erscheinung und Entstehung der Kulturen aus der äneolithischen Periode besonders wichtig ist. Die Stratigraphie von Gradina am Bosut korrespondiert gut mit jener von Gomo­lava bei Hrtkovac, vor allem mit seinem „äneolithischen Humus", dessen Bedeu­tung schon mehrere Male in der Literatur hervorgehoben wurde. 5 Neue Funde der Sopot-Lengyel-Kultur, wie zum Beispiel zwei Fundstätten bei Budjanovac, vervollständigen das allgemeine Bild der Beziehungen zwischen der späten Vinöa­Kultur einerseits und der Lengyel-Kultur andererseits. Daneben stößt man hier weiterhin auf Funde der sich unmittelbar an den Vinca D2 und Sopot III - Hori­zont schließenden Kulturen, wie Balaton-Lasinja I/II und ferner Boleraz- und die frühen Phasen der Baden-Kultur, womit die frühe äneolithische Periode in der Srem-Slawonien-Region ausgefüllt näre. BOSUT I - HORIZONT Die älteste Siedlung auf Bosutska Gradina wurde am Ende der Sopot-Len­gyel-Kultur errichtet. Auf der kleinen Fläche, auf der die ältesten Schichten unter­sucht wurden (etwa 300 m 2 ), legte man mehrere Gruben mit Keramik frei, die ih­ren typenkundlichen Merkmalen nach zur degenerierten Phase dieser im wesent­lichen neolithischen Kultur zu rechnen wäre. Aufgrund der amorphen Lehmstük­ke kann man folgern, daß auch auf der Oberfläche errichtete Objekte bestanden, die im Verlaufe der weiteren Forschungen auf dieser Fundstätte noch freigelegt werden. Die Keramik ist vorwiegend grob und aus ungenügend gebrannter Erde gearbeitet, was die Mehrzahl der Fundorte aus der Zeit der Sopot III- Kultur cha­rakterisiert. An Formen finden sich Töpfe, Amphoren mit vertikal oder horizontal angebrachten Bandhenkeln sowie bikonische Schüsseln, die zum Beipiel aus Sot, Sopot, Bapska und anderen benachbarten Fundstellen bekannt sind. Ein wichtiges Merkmal des ältesten Horizonts von Gradina bilden Schüsseln mit eingezogenem Rand und Becher auf einem hohen Fuß. Die erste Erscheinung entspricht den ent­wickelten Formen in der Vinca-Kultur, die man auf den Siedlungen in der Srem (Jakovo, Obrez) trifft und den Typen des Vinöa D2 - Horizonts entsprechen. Der 52

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