Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Nikola Tasić: Sopot–Lengyel, Lasinja und Boleraz Funde in Gradina am Bosut in der Nähe von Šid

Becher andererseits wäre eine autochthone Lengyel-Evolution. Das parallele Auftreten von Vinca- und Lengyel-Elementen in Bosutska Gradina entspricht den allgemeinen Erscheinungen, die in der Literatur bereits aufgezeigt wurden. S. Di­mitrijevic wies auf das Sremgebiet oft als eine Übergangszone zwischen dem Vinca-Kulturkreis hin. 6 Den Beginn des Äneolithikums kennzeichnet eine insta­bile Zeit, die durch den Vorstoß der Vinca-Kultur in den westlichen Srem bis hin nach Bapska und weiter bis Samatovci charakterisiert ist und ebenso durch den Vorstoß der Träger des Sopot-Lengyel-Stils in die östlichen Teile der Srem (die Funde bei Budjanovci). Diese Situation spiegelt sich reliefartig im keramischen Material des Sopot III-Horizontes, der die Symbiose des Vinca- und Lengyelstils am besten illustriert. Auf der Grundlage dieser Fakten scheint es uns nicht falsch, die jüngste Phase der Sopot-Lengyel-Kultur als slawonische Fazies der Lengyel­Kultur, Sopot III, zu bezeichnen. Sie stellt die letzte Entwicklungsetappe der neo­lithischen Kultur im westlichen Sremgebiet und in Slawonien dar, die durch den Vorstoß der Vinca-Kultur in diesen Gebieten während ihrer Phase D 1/2 belebt wurde. Die typologischen Charakteristika der Funde aus dem ältesten Horizont von Gradina am Bosut bei Sid zeigen das am besten. BOSUT IIa - HORIZONT Über der Sopot-Lengyel-Siedlung in Bosutska Gradina formiert sich, man könnte sagen in ständiger Kontinuität, eine Schicht, in der sich Keramik mit stili­stischen Merkmalen der Balaton-Lasinja I-Kultur befand. In pedologischer Hin­sicht entspicht diese Schicht dem „äneolithischen Humus" von Gomolava bei Hrtkovci. Das ist eine Schicht dunkler, ziemlich fetter Erde, in der die Keramik, besonders an der Gefaßoberfläche bestimmte Veränderungen erfährt: sie blättert ab und ist fettig bei Fingerberührung. Die identischen Merkmale des „äneolithi­schen Humus" von Gomolava und der Äneolithischen Schicht in Gradina weisen auf die gleiche klimatologische Situation hin, welche die Formierung eines sol­chen Sediments bedingte, bietet aber ebenso die Möglichkeit, mit pedologischen Angaben zu beweisen, daß es sich um synchrone Erscheinungen bei der Bildung der Kulturschicht dieser beiden Fundstätten handelt. Der Bosut Ila-Horizont ist ziemlich arm an Funden und Siedlungsresten. Wie im vorangegangenen Horizont findet man hier vorwiegend Gruben, in denen sich keramisches Material befindet. Das ist eine Eigenheit der meisten Fundstel­len aus der Frühphase der Balaton-Lasinja-Kultur. Auf den Fundorten Vis bei Derventa, Leticani und anderen hat die initiale Phase der Lasinja-Kultur nur sehr wenige Funde. In ihr spürt man, wie S. Dimitrijevic betont, die Gegenwart der Ele­mente von Vinca D2 und des Sopot III-Stils. 7 Die keramischen Funde aus der Schicht IIa von Gradina gehören diesem frühen Horizont der Lasinja-Kultur (La­sinja-Balaton) an. Von den charakteristischen Formen müßten zwei herausge­sondert werden, die auf der einen Seite für die Verbindungen mit der Sopot-Len­gyel-Grundlage und andererseits als Element der Kontinuität von Bedeutung sind, da sie in der folgenden, Boleraz-Periode auf dieser Fundstätte erhalten bleiben. Eine Form ist eine zylindrische Tasse ohne Henkel, deren ebener Boden den gan­zen Durchmesser des Gefässes umfaßt. Solche Tassen sind aus der niedrigsten Schicht des Fundortes Vis bei Derventa (Horizont I) bekannt und mit einigen gan­53

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