Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)
Dieter Kaufmann: Der Spätlengyel-Horizont im älteren Mittelneolithikum des Elbe-Saale-Gebietes
che, die man durchaus als Prototypen der Gaterslebener Keramik bezeichnen kann (vgl. Abb. 1). Im einzelnen handelt es sich um vorwiegend zweigliedrige Becher mit scharfem Bauchknick, mit stark oder schwach ausschwingender Mündung, aber auch um Becher mit bereits dreigliedriger Formgebung sowie um Becher mit gerundetem weitbauchigem Unterteil. Alle Becher besitzen eine Standfläche. Dazu dürften auch einige mit Bauchknick versehene Schalen und flaschenförmige Gefäße, die konische Schüssel und die Fußschale mit konvexem Oberteil gehören (vgl. D. KAUFMANN 1976, Abb. 1 und 2). Ausgehend von diesen Gefaßformen und den Typen, die M. ZÁPOTOCKÁ (1970, Taf. 1) ihrer Stufe V zuordnet, ist es möglich, aus dem archäologischen Fundmaterial der Gaterslebener Gruppe solche auszusondern, welche die ältere Stufe der Gaterslebener Gruppe in unserem Gebiet repräsentieren (vgl. Abb. 2): Engmündige Becher mit kaum vorhandener oder nur wenig angedeuteter Standfläche und größtem Gefaßdurchmesser in der Regel in der unteren Hälfte des Gefäßes; breite dreigliedrige Becher mit Standfläche; Hohe flaschenförmige Becher; Kugelbecher mit und ohne Bauchknick sowie mit und überwiegend ohne Standfläche; flache konische Schalen mit Standboden; Fußschalen mit konvexem Oberteil und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch tiefe konische Schüsseln. Inwieweit flaschenförmige oder amphorenartige Gefäße (Abb. 2,15) wie das als Einzelfund geborgene Gefäß von Zauschwitz (K. KROITZSCH 1973, Taf. 15 a) der älteren Stufe angehören, kann zunächst ebensowenig beantwortet werden wie die Frage, ob in dieser Stufe bereits die typischen dreigliedrigen Becher Verwendung fanden. Mit Sicherheit kann jedoch festgestellt werden, daß die Fußschale mit konvexem Oberteil auch noch in der mittleren Stufe der Gaterslebener Gruppe hergestellt worden ist. Typisch für die Becher und flaschenformigen Gefäße der älteren Gaterslebener Gruppe ist die leicht ausschwingende kurze Randpartie, der häufig tiefsitzende Gefaßumbruch und die Unterbetonung der Standfläche, die nicht deutlich abgesetzt erscheint. Die Becher - breite dreigliedrige Formen zeigen, daß es auch Ausnahmen gibt - sind engmündig und besitzen ihre größten Durchmesser in der unteren Hälfte des Gefäßes. Einzelne Gefäße weisen rudimentäre, an die späte Stichbandkeramik anklingende Stichverzierung auf (Abb. 2,17-18), sind auf dem Bauchnick gekerbt (Abb. 2,5), sie können Knubben auf dem, größten Durchmesser des Gefäßes und Randkerbung aufweisen. Bereits in der älteren Stufe setzt eine Tendenz zur schärferen Profilierung der Gefaßformen ein, so daß nicht auszuschließen ist, daß bereits in dieser Stufe streng profilierte dreigliedrige Becher auftreten. Doch fehlen hierfür einstweilen gesicherte Zusammenfunde. Die ältere Stufe der Gaterslebener Gruppe ist vorrangig im sächsischen Gebiet verbreitet, aber auch im Saalegebiet ist sie vertreten. Dieses Verbreitungsbild, das im übrigen zeigt, daß sich das frühe Rossen vom Typ Planig-Friedberg und Fundorte der älteren Gaterslebener Gruppe berühren (vgl. Karte 2), belegt einmal, daß die Spätlengyel-Erscheinungen aus dem Südosten herzuleiten sind (das weitgehende Fehlen der frühen Rössener Kultur in Sachsen läßt vor allem hier Belege für die ältere Entwicklungsstufe der Gaterslebener Kultur erwarten), und erklärt zum anderen die deutliche Beeinflussung der älteren Gaterslebener Gruppe durch das frühe Rossen (vgl. die Gefaßformen auf Abb. 2, die Anklänge an die 277