Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)
Marie Zápotocká: Die Unterschiede und Übereinstimmungen zwischen der Lengyel-Kultur und den Gruppen mit stichverzierter Keramik: die Interpretationsmöglichkeiten
POTOCKÁ (1967, 64 ff.) und für das Saalegebiet D. KAUFMANN (1976,101 ff., 105 f.) umfassend herausgearbeitet. Danach sind die Stufen I und II der Lengyelkultur mit der mittleren und späten Stichbandkeramik (Stufe III und IV nach M ZÁPOTOCKÁ bzw. Stufen I b und II nach D. KAUFMANN) zu synchronisieren (M. ZÁPOTOCKÁ 1967, 85). Da, nach wie vor Stufe Lengyel V (Ludanice) mit der Jordansmühler Gruppe und evtl. bereits der Baalberger Kultur gleichgesetzt wird, müßten die übrigen Hinterlassenschaften aus dem Spätlengyel-Horizont des Elbe-Saale-Gebietes den Lengyel-Stufen III und IV entsprechen, ohne daß zunächst einmal von Belang ist, ob diese beiden Stufen sich überschneiden oder aufeinanderfolgen (vgl. dazu die methodischen Überlegungen von L. SÜSS 1969, 408). Man wird als Gesetzmäßigkeit betrachten können, daß in allen Gebieten, in denen die späte Stichbandkeramik voll ausgeprägt existiert hat und unter den Einfluß der mährischen bemalten Keramik gelangt ist, eine spezifische Variante der unbemalten Keramik entstanden ist die generell Übereinstimmung mit der Entwicklung der Tonware in den Zentren der Lengyel-Kultur zu erkennen gibt, die jedoch auch, da sich dieser Prozeß am Rande oder außerhalb des von der LengyelKultur eingenommenen Gebietes vollzog, eine weitgehend eigenständige Entwicklung durchlief (vgl. D. KAUFMANN W. NITZSCHKE 1976, 18 f.). Die Grundlagen für diesen gesetzmäßigen Prozeß der Herausbildung der unbemalten Keramik des Spätlengyel-Horizontes waren in Böhmen und im ElbeSaale-Gebiet (siehe auch K. KROITZSCH 1973,47) annähernd gleich (für die Otice-Gruppe in Schlesien, die nach J. LICHARDUS 1976, 157, in zwei Stufen zu gliedern sein soll, könnte dies ebenfalls zutreffen). In beiden Gebieten konnte sich die späte Stichbandkeramik ungehindert - etwa im Gegensatz zu Südmähren, wo dieser Prozeß durch die Lengyel-Kultur abrupt unterbrochen wurde (V. PODBORSKY 1970, 281, 283) - entfalten. Es trifft keineswegs zu, wenn M. ZÁPOTOCKÁ (1969,543) schreibt: „Im Saalegebiet dagegen entwickelte sich die jüngere Phase der Stichbandkeramik-Kultur anders und zur Zeit der böhmischen Phase IV b blühte hier die Rössener Keramik." 9 Das Material der späten Stichbandkeramik im Saalegebiet ist ein eindeutiger Beleg dafür, daß die Stufe II der Stichbandkeramik im Saalegebiet ebenso lang andauerte wie die gesamte Stufe IV in Böhmen. Auf diese späte Stichbandkeramik Böhmens und des Elbe-Saale-Gebietes wirkte sich der Einfluß der mährischen bemalten Keramik allerdings in unterschiedlicher Intensität aus. Selbstverständlich mußten diese Einflüsse in Böhmen eine größere Wirkung erzielen als im Elbe-Saale-Gebiet, das vom mährischen Ausgangsgebiet dieser Impulse weiter entfernt liegt. Insofern wird man eine größere Breite und Vielfalt der archäologisch-kulturellen Hinterlassenschaften des Spätlengyel-Horizontes in Böhmen erwarten - und sie haben ja auch, wie die Funde von Bylany, Postoloprty, Bfezno (zuletzt J. PLEINEROVÁ 1984,7 ff.) u. a. m. belegen, zu einer umfassenderen Ausprägung der archäologischen Kultur mit unbemalter Lengyel-Keramik in Böhmen geführt als im peripheren Elbe-Saale-Gebiet. Und doch erwuchsen hier aus den Einflüssen der mährischen bemalten Keramik auf die späte Stichbandkeramik einige Besonderheiten, die Verf. insgesamt als „späte Stichbandkeramik vom Gepräge der mährischen bemalten Keramik" definiert hat (D. KAUFMANN 1976, 40). Unter den Gefaßformen befinden sich sol276