Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Marie Zápotocká: Die Unterschiede und Übereinstimmungen zwischen der Lengyel-Kultur und den Gruppen mit stichverzierter Keramik: die Interpretationsmöglichkeiten

Im Elbe-Saale-Gebiet hat K. KROITZSCH (1973) insgesamt 69 Fundplätze von 59 Fundorten mit Funden der Gaterslebener Gruppe nachweisen können. Diese Zahl verringert sich, wenn nur die Funde in eine Untersuchung einbezogen werden, die mit einiger Sicherheit der Gaterslebener Gruppe zugeordnet werden können. 7 Danach sind Funde der Gaterslebener Gruppe von 49 Fundplätzen in 44 Gemarkungen bekannt. Der überwiegende Teil der Funde stammt aus gesicher­ten oder vermuteten Grabfunden (von 47 Fundplätzen in 41 Gemarkungen), de­nen insgesamt nur von 3 Fundorten Siedlungsfunde gegenüberstehen. Zudem handelt es sich dabei um Einzelfunde (Zauschwitz) oder um Grubenbefunde (Rossen und Kloster Groningen), ohne daß anhand dieser Befunde Aussagen zum Siedlungswesen der Gaterslebener Gruppe getroffen werden können (Karte 1). Neben den auf Grund von Analogiefunden gesicherten Hinterlassenschaften der Gaterslebener Gruppe liegt aus dem Elbe-Saale-Gebiet Material vor, das nicht in jedem Falle zweifelsfrei der Gaterslebener Gruppe zugeordnet werden kann, das aber mit dem Spätlengyel-Horizont in Verbindung zu bringen ist. Es handelt sich dabei vor allem um Siedlungsfunde von Dresden-Nickern, Kmehlen, Gröna, Gatersleben-Fpl. 5, Wedderstedt, Köthen-Gütersee und Köthen-Geuz, Magde­burg-Neustadt und Magdeburg-Fermersleben sowie um Einzelfunde von Bern­burg und Egeln-Fpl. 5. 8 Neben Funden, die aus dem Inventar der Gaterslebener Gruppe auszusondern sind (Kmehlen, Gröna und wohl auch Dresden-Nickern), ist bei den leider ohne Beifunde geborgenen Amphoren von Gatersleben, Wed­derstedt, Köthen, Magdeburg-Neustadt, Magdeburg-Fermersleben, Bernburg und Egeln sowie bei dem Trichterbecher von Gatersleben eine gesicherte archäo­logisch-kulturelle Zuordnung gegenwärtig nicht möglich. Zum Spätlengyel-Horizont sind schließlich noch Material der Jordansmühler Kultur und als Einzelfunde geborgene Kupferäxte, die aus dem Bereich der Bod­rogkeresztur Kultur herzuleiten sind, von Auleben, Kr. Nordhausen, Plauen (?), Karow, Kr. Genthin, und Kleinprießnitz, Kr. Jena (D. MANIA 1977,173-174), zu stellen. Die Möglichkeiten für eine kulturhistorische und und sozialökonomische Auswertung anhand der vorliegenden Funde und Befunde zum Spätlengyel-Hori­zont im Elbe-Saale-Gebiet sind denkbar schlecht. Die Grabsitten der Gaterslebe­ner Gruppe sind bereits ausführlich behandelt worden (zuletzt K. KROITZSCH 1973, 12 ff.). Die übrigen archäologischen Quellen erlauben nur eine zeitliche Gliederung der Keramik und darüber hinaus, das chorologische und chronologi­sche Verhältnis der Gaterslebener Gruppe zu den zeitlich und räumlich benach­barten archäologischen Kulturen zu beleuchten. Da gesicherte Zusammenfunde und stratigraphische Befunde in Verbindung mit der Gaterslebener Gruppe für das Elbe-Saale-Gebiet ausstehen, bietet sich al­lein der Vergleich der in den Grabfunden geborgenen Gefaßformen untereinan­der und die Berücksichtigung der archäologisch-kulturellen Entwicklung vor­rangig in Böhmen, aber auch in anderen benachbarten Gebieten an. Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist der methodische Ansatz von M. ZÁPOTOCKÁ (1969, 541), „ausgehend von der Analyse der Stichbandkeramik, das Entstehen und die Entwicklung dieser Gruppen als Folge eines Zusammen­treffens zweier fremder Kulturkreise - der Stichband- und der Lengyel-Kultur - zu deuten." Die Kontakte zwischen der Lengyelkultur, in unserem Falle der mähri­schen bemalten Keramik, und der Stichbandkeramik haben für Böhmen M. ZÁ­275

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