Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Juraj Pavúk: Siedlungswesen der Lengyel-kultur in der Slowakei

teilweise untersuchte Ansiedlung in Nitra (LICHARDUS - VLADÁR1970.) war nicht groß. Jedoch keine der Lokalitäten dieser Stufe wurde in größerem Ausmaß untersucht. In der Slowakei gibt es nur zwei Fundorte der Ludanice-Gruppe (Lengyel VI) mit mehreren Häusern. In Branc (VLADÁR - LICHARDUS 1968) entfallt ein Großhausgrundriß ungefähr auf 2500 m 2 der untersuchten Fläche, jedoch läßt sich die Art der Häuseranordnung nicht bestimmen. Eine analoge Häuserdichte herrscht auch in der neu untersuchten Siedlung der Ludanice-Gruppe in Jelsovce (BÁTORA 1984). In Branc existieren keine Häuser in Superposition und wenn wir für eine Phase der umfriedeten Siedlung in Zlkovce über 50 Häuser erwägen, kom­men wir zu einer ähnlichen Häuserdichte wie in Branc. Es scheint, als ob die zwei­räumigen Häuser des Lengyel IV gewissermaßen an die Hausbautradition des Lengyel II anknüpfen würden, bislang besitzen wir jedoch keinen Beleg über die Größe und Anordnung der Siedlungen der Ludanice-Gruppe. In Zlkovce konnte man sehen, daß sich erst nach der Untersuchung einer Fläche von über 50.000 m 2 der rekonstruierbare Grundriß der Siedlung skizzierte. Die am nächsten gelegene, rahmenhaft mit Zlkovce zeitgleiche Siedlung in Peceöady ist 2,5 km entfernt, und den Sondierungsergebnissen nach ist es klar, daß sie vom Terrassenrand nicht mehr als 120 km entfernt war, wobei die Objekte der Lengyel : Kultur nicht einmal bis zum heutigen Terassenrand reichten (die Siedlung in Zlkovce erstreckt sich mindestens 400 m vom Terrassen­rand). Weitere 2,5 km weiter Liegt die Siedlung in Velké Kostoîany. Es zeigt sich, daß neben den großen Siedlungen mit Fortifikationseinrichtungen auch kleinere Niederlassungen existierten. Das Ausmaß der heutigen Geländegrabungen er­möglicht noch keine Bildung von Hypothesen über die sozialen Beziehungen zwi­schen den Ansiedlungen, obwohl es sehr wahrscheinlich ist, daß die größeren Siedlungen mit Fortifikationseinrichtungen eine führende sozial-politische Stel­lung haben konnten und daß die kleineren Satellitsiedlungen mit ihnen eng ver­knüpft waren. Die Gesamtzahl der Lokalitäten mit Funden der Lengyel-Kultur übersteigt 250, aber die wirkliche Dichte war vielfach niedriger. Wie schon erwähnt wurde, sind die während aller oder auch mehrerer Stufen besiedelten lengyel-Fundstellen vollkommen selten, so daß diese Anzahl auf die einzelnen Stufen verteilt werden muß; somit stellen wir eine verhältnismäßig sehr dünne Besiedlung während der ganzen Entwicklung der Lengyel-Kultur fest: im Protolengyel -11 Fundstellen, im Lengyel I - 28, Lengyel II - 19, Lengyel III - 22 und im Lengyel IV - 62 Fundstel­len. Von den restlichen Fundorten stammen dermaßen atypische Funde, daß sie keiner bestimmten Stufe zuweisbar sind, oder sind sie aus anderen Gründen un­kontrollierbar. Die kleine Anzahl von Fundstellen und die Existenz großer Siedlungen mit angeordneter Architektur, besonders während der Stufen Lengyel I und II, doku­mentieren die Tendenz zur Besiedlungskonzentration. Wahrscheinlich kam es auch zu einem wesentlichen Populationszuwachs,. Im wesentlichen handelt es sieht um eine analoge Erscheinung, wie sie im Theißgebiet erfaßt wurde (MAK­KAY 1982), wo das System großer Siedlungen mit kleineren Satellitsiedlungen der Theiß-Kultur die Siedlungsstruktur der Gruppe Szakáihát mit einer großen An­zahl kleiner Siedlungen ablöste. Eine mögliche negative Begleiterscheinung der großen Bevölkerungskonzentration in den großen Siedlungen konnte die große 219

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