Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Juraj Pavúk: Siedlungswesen der Lengyel-kultur in der Slowakei

Siedlungswesen der Lengyel-Kultur in der Slowakei JURAJ PAVŰK, NITRA Mindestens 50 Lokalitäten der Lengyel-Kultur in der Slowakei und eine nicht festgestellte Menge solcher Fundstellen in Mähren, Österreich und Ungarn wie auch Dutzende von Lokalitäten mit Funden der Spätstufe der Zeliezovce-Gruppe (Zeliezovce III) und aus ihrer klassischen Zeit (Zeliezovce IIb), die durch ausge­dehntere Flächengrabungen, größtenteils im letzten Vierterjahrhundert unter­sucht wurden, boten eine solche Menge von Erkenntnissen, daß es möglich ist, schon ausreichend objektiv einige Schlußfolgerungen über die Besiedlung wäh­rend der Lengyel-Kultur zu ziehen. Die bisherigen Geländegrabungen ermög­lichen eine Charakterisierung der Besiedlung der Lengyel-Kultur vom Gesichts­punkt ihrer Beziehung zur vorangehenden Kultur mit Linearkeramik und Zelie­zovce-Keramik, außer anderem auch vom Gesichtspunkt der geograhischen und der Bodenverhältnisse und der daraus hervorgehenden Interpretationsmöglich­keiten wie auch vom Gesichtspunkt oder einzelnen Siedlungsareale und Lokalitä­ten während des Bestehens der Lengyel-Kultur. Aus der Westslowakei und wahrscheinlich auch aus Ungarn existiert keine einzige untersuchte Lokalität, auf welcher die Besiedlung aus der letzten Stufe der Zelieziovce-Gruppe und aus der Zeit des Protolengyel oder Lengyel I belegt wäre. Es fehlt also ein Beleg über die Kontinuität der einzelnen Siedlungen. Die in größerem Ausmaß untersuchten Siedlungen der Zeliezovce-Gruppe und der Stu­fe Lengyel I (Zeliezovce-Gruppe^ Dvory nad Zitavou, Stúrovo, Iza-Velky Harcás, Iza-Örek, Patince I - III, Blatné, Cataj, Velky Grob, Cífer-Pác, Muzla-Cenkov, Se­nec, Horné Lefantovce u. a.; Lengyel I: Svodín, Nitriansky Hrádok-Zámecek, Ni­triansky Hrádok-Vysoky breh, Bardoftovo, Koláry, Nitra-Kynek, Bucany, Santov­ka, Horná Sec, Bratislava-Dúbravka) haben niemals die Existenz einer Siedlung aus beiden Epochen auf demselben Fundplatz und nicht einmal in seiner unmit­telbaren Nähe nachgewiesen. Eine analoge Situation herrscht auch auf mehreren gut bekannten Lokalitäten in Ungarn (Budapest-Békásmegyer, Győr, Neszmély, Letkés, Pomáz, Aszód, Zengővárkony, Pécs, Csabdi u. a.). Ein ähnliches Bild bie­ten ebenfalls weitere, in kleinerem Ausmaß untersuchte Lokalitäten. Aus globaler Sicht haben sich die Siedlungsareale der Kultur mit Linearkera­mik und der Zeliezovce-Gruppe wie auch der Lengyel-Kultur nicht verändert. Es kam jedoch zu wesentlichen Verschiebungen in den einzelnen Regionen, und zwar sowohl horizontal als auch vertikal. Zwei beigefügte Matrizen der Korela­tions- und Assoziationskoefizienten (Abb. 1-2 und ein Dendrogramm (Abb. 3) zeigen die Abhängigkeit und Zusammenhänge der Besiedlung der Kultur mit Li­nearkeramik der Zeliezovce-Gruppe und der einzelnen Stufen der Lengyel-Kultur untereinander und mit den Bodentypen. Wenige Siedlungen und Gräberfelder des Protolengyel erhielten sich in Be­213

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