Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)
Juraj Pavúk: Siedlungswesen der Lengyel-kultur in der Slowakei
siedlugsarealen der Kultur mit Linearkeramik und Zeliezovce-Keramik. Allen gemeinsam ist die Nähe zu Inundationsgebieten, die ökonomisch interessant gewesen sein konnten. Manche von ihnen befinden sich direkt auf Siedlungsplätzen der Träger der Linear- und Zeliezovce-Keramik (Bina, Nitra-Mlynárce, Zelenec) oder in ihrer unmittelbaren Nähe (Abraham, Chrabrany, Zlkovce), aber wie gesagt, ohne Kontinuität mit der vorangehenden Besiedlung. Die Besiedlungsdiskontinuität und die Gründung von Siedlungen in vorher unbesiedelten Lagen erscheint offensichtlich während der Stufe Lengyel I, und zwar gleich in dreifacher Form: bei Siedlungen mit Linear- und ZeliezovceKeramik, beim Protolengyel wie auch beim Lengyel IL Ein markantes Merkmal der Siedlungen des Lengyel I ist ihre Verknüpfung mit mäßig höheren Lagen und mit Braunerdeböden. Nach den bisherigen Kenntnissen ist die Bevorzugung von Braunerdeböden ganz eindeutig. Begleitet wird das Lengyel II von der abermaligen Rückkehr der Besiedlung auf Tschernosem und auch in die ehemaligen Siedlungsareale der Kultur mit Linearkeramik und der Zeliezovce-Gruppe sowie in ihre unmittelbare Nähe (Peceftady, Chrabrany, Veiké Kostolany, Zlkovce). Im Verlauf der Übergangsphase Moravany kehrt die Besiedlung erneut auf Braunerdeböden und in höhere Lagen zurück. Jedoch die neue Grabung in Komjatice erwies (TOCÍK1980), daß mit Siedlungen der Übergangsphase Moravany auch in Niederungen zu rechnen ist, doch dort sind sie noch in enger Verknüpfung mit dem Lengyel IL Die Besiedlung auf Braunerdeböden kulminierte während des Lengyel III (Brodzany-Nitra). Im typischen Schwarzerdegebiet im unteren Grantal oder auf der Trnavaer Tafel kommt sie eigentlich gar nicht vor. Der Großteil der Siedlungen der Lengyel-Kultur gehört in die Stufe Lengyel IV (Ludanice). In der Westslowakei erreichte damals die Lengyel-Kultur ihre maximale Verbreitung. Die Besiedlung kehrte von neuem auf alle Siedlungsplätze der Linear- und Zeliezovce-Keramik zurück, miteinbezogen die Sanddünen, auch das Donauufer, und seit dem Paläolithikum wurden zum ersten Mal in der Westslowakei auch Höhlen besiedelt. Dicht besiedelt blieben weiterhin die Braurerdeböden. Die festgestellte Besiedlunsdiskontinuität der Lengyel-Kultur bei den Siedlungen der Kultur mit Linearkeramik auch während der Entwicklung der LengyelKultur interpretierte ich schon seit längerem als Folge der Anpassung an die sich wandelnden klimatischen Bedigungen (PAVŰK 1976, 1982.). Die Pedologen Z. BEDRNA und SURINA aus Bratislava Konstatierten beim Studium des Bodenprofils der Siedlung mit Linear- und Zeliezovce-Keramik in Blatné eine zusammenhängende Tschernosemschicht auch in den oberen Schichten der Einfullung der Gruben mit Linear- und Zeliezovce-Keramik. Daraus ergibt sich die Folgerung, das die Tschernosem sich erst nach der Zeliezovce-Gruppe bildeten, als es infolge des Eintretens einer Trockenperiode zur Bildung von Steppen in der Landschaft kam. Dieser Prozeß konnte während der Zeit des Protolengyel und Lengyel I verlaufen sein. Der Kenner der Naturbedingungen des Holozäns V. LOZEK (1980.) setzt irgendwann in dieser Zeit den Anfang des Epiatlantikums voraus, welches durch den Wechsel wärmerer und trockenerer Perioden mit kälteren und feuchteren Perioden charakterisiert ist. V. LOZEK datiert die Zeit des Epiatlantikums in das 4. Jahrtausend, also gerade in die Entwicklungszeit der Lengyel-Kultur. 214