Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 12. (Szekszárd, 1984)

Várady Zoltán: Der Bátaer Grabsteinund seine epigraphischen Zusammenhänge

ZOLTÁN VARADY: Der Bátaer Grabstein und seine epigraphischen Zusammenhänge Den von Flóris Romer 1869 erwähnten, und lange in einem Bátaer Keller ein­gemauerten Grabstein der ein Rest der mittelalterlichen Bátaer Abtei ist, hafman 1904 in das Szekszárder Museum eingeliefert. Seither ist er ein ständiges Stück der Ausstellung, derzeit befindet er sich in dem Unterrichtszwecken dienenden Keller­museum. (Siehe das Foto.) Die einzeige Zierde des Steines ist die zwischen den parallel, zirkulär einge­meisselten Rinnen befindliche gotische majusculäre Inschrift. (1. Tafel) + ANNOD(OMI)NI-M CCOLXX-VII«OBI(I)T»V(ENERABILIS)*D(OMI)N(V)S*PAVLVS-DE BATAFERIA QVÏNJ A-ANTE»DO [M(INICAM)-R]EMINISCERE Bei der Publikation halte ich die von den sich mit der Römerzeit befassenden Epig­raphen gebrauchten „Leidener Schlüssel" nahestehenden, von Rudolf A Kloos ausgearbeiteten Normen mit einer kleiner Abweichung vor Augen: jede Reihe der Inschrift gebe ich in einer abgesonderten Zeile wieder, das bezieht sich natürlich nicht auf die Publikation der Kopien, Abschriften verlorener Inschriften, da hier die ursprüngliche Reiheneinteilung nicht zu rekonstruieren ist. Laut historischen Angaben hiess der Bátaer Abt nach 1371 und vor 1379 Paul. Da das mit dem auf dem Grabstein lesbaren Sterbesdatum koinzidiert, so ist es zu vermuten, dass der Grabstein dem Bátaer Abt, Paul bereitet wurde. Das bekräftigt auch der „V" Buchstabe vor dem Wort „dominus", was die bisherige Lesung ausser acht gelassen hat, und in diesem Falle nur die Abkürzung des Wortes „venerabilis" sein kann, auf Grund des Capelli-Wörterbuches. Die Bedeutung der Inschrift des Grabsteines: Im Jahre des Herrn 1377 ist der ehrenwürdige Bátaer Herr Paul am Donnerstag vor dem Sonntag Reminiscere verblichen. Der Tag war nach dem Kalender der Kirche der 19. Februar. Das Hauptziel der Studie ist die Untersuchung des Inschriftentyps des Grabsteines. Die gotische Majuskel entfaltete sich aus der, den römischen Mustern folgenden, zufol­ge der Karolingzeitlichen Schriftreform gebildeten kapitalen Form im 13. Jahrhun­dert. Die Änderung der Buchstaben ist an den Münzen und Siegeln gut zu beo­bachten, und nach gewisser Phasenverzögerung folgen ihnen auch die Steinin­schriften. Die Zeitgrenzen der gotischen Majuskel sind zwischen Anfang des 13. 111

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