Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Marcin Biborski - Piotr Kaczanowski: Zur Differenzierung der spätkaiserzeitlichen und frühvölkerwanderungszeitlichen Bewaffnung im Barbaricum

haben, deren Bedeutung wir derzeit nur schwer einzuschätzen wissen. Gemeint sind dabei die kriegerischen Auseinandersetzungen sowie komplizierte politische und kulturelle Verhältnisse, die sich im Ergebnis der Verschiebungen von Bevölkerungsgruppen eingestellt haben. In der frührömischen und der jüngeren römischen Kaiserzeit vermittelt die Differenzierung im Bereich der Bewaffnungs- und Ausrüstungselemente im Karpatenbecken ein ziemlich überschaubares Bild. Am deutlichsten sondert sich eine Fundgruppe ab, die mit der Ausbreitung der Träger der Przeworsk-Kultur zusammenhängt. Diesem Fundstoff galt schon das Interesse zahlreicher Archäologen. Die Kulturzugehörigkeit dieser Funde steht außer Zweifel. Wir verfügen nämlich über archäologische Quellen wie auch über historische Angaben, so etwa über die Information von Cassius Dio (LXXI, 12). Wenn man ausschließlich die Waffenfunde, getrennt von ihrem Fundzusammenhang, aus dem oberen Theißgebiet analysiert, so lassen sich in einigen Fällen Exemplare aufzeigen, deren Verbindung mit der Bewaffnung der Przeworsk­Kultur nicht den geringsten Zweifel hervorruft. Gemeint sind hierbei manche Lanzenspitzen, wie z.B. eines der Exemplare aus dem Grab von Vásárosnamény (BONA 1986, 63; Sammlungen des Museums in Vásárosnamény), das genau dem Typ XXI von Lanzenspitzen der Przeworsk-Kultur entspricht (KACZANOWSKI 1995,26, Taf. XIV: 6), oder das typisch für die Przeworsk-Kultur inkrustierte Exemplar von Kanyar (Tiszakanyár), Kom. Szabolcs-Szatmár-Bereg (KOSSINNA 1905, 384; KACZANOWSKI 1988, 71). Viel schwieriger wäre dagegen die Bestimmung der Kulturzugehörigkeit bei den anderen Bewaffnungs- und Ausrüstungselementen. Schildteile entsprechen genau dem Bestand von Formen, die aus zahlreichen Grabinventaren im Oder- und Weichselgebiet bekannt und vom jüngeren Abschnitt der Stufe B2 bis zur Stufe С la zu datieren sind. Es handelt sich hier jedoch um interrregionale Formen, die auch von den anderen Gebieten des Barbaricums bekannt sind. Jüngere Fundstoffe liegen in entschieden geringerer Menge vor; sie stammen aus der Stufe С lb. Zu den jüngsten Spuren des Vordringens der Przeworsk-Kultur durch das obere Theißgebiet gehören die Funde aus dem noch nicht vollständig veröffentlichten, bis zur Stufe C2 genutzten dakisch­Przeworsker Gräberfeld von Medieçul Aurit im nordwestlichen Vorfeld des Limes Dacia Porolissensis (DUMITRASCU-BADER 1967; HOREDT 1973, 91-98; GODLOWSKI 1994, 79; HARHOIU 1998, 47). Eine Ausnahme bilden ostslowakische „Fürstengräber" der Stufe C2, die in Osztropataka/Ostrovany und Czéke/Cejkov entdeckt wurden (HAMPEL 1886, 152-158, Abb. 66-73, Taf. 1-3; BENINGER 1931, 214-220, Abb. 34-35; KOLNÍK 1984, Abb. 104, 164, 166, 168). Eine noch spätere chronologische Stellung nimmt das in die Stufen C2 - C3 datierte Schichtengräbeferfeld aus dem Ort Solontzy bei Uzhorod ein (KOTIGOROSKO 1987). Ein Teil des Fundmaterials aus dieser Nekropole, so Schmuck und Trachtzubehör (Fibeln, Anhänger, Schnallen), wie auch die Merkmale des Bestattungsritus, lassen deutliche Anknüpfungen an das Milieu der Przeworsk-Kultur erkennen. Auf die Bemerkungen über die Bewaffnungs- und Ausrüstungselemente zurückkommend ist festzustellen, daß der Forschungsstand im Bereich der Bewaffnung und sonstigen Funde, die im Theißgebiet die Spuren der Ausbreitung der mit der Przeworsk-Kultur verbundenen Wandalen repräsentieren, trotz Veröffentlichung der äußerst wichtigen Arbeit von E. Istvánovits und V. Kulcsár (ISTVÁNOVITS-KULCSÁR 1992)

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