Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Marcin Biborski - Piotr Kaczanowski: Zur Differenzierung der spätkaiserzeitlichen und frühvölkerwanderungszeitlichen Bewaffnung im Barbaricum
über die Bestattungen mit kaiserzeitlichen und frühvölkerwanderungszeitlichen Schildteilen aus den östlich der Donau liegenden Gebieten des Karpatenbeckens, bei weitem nicht als zufriedenstellend angesehen werden kann. Ein Teil dieser Funde, besonders solche, die aus den weit zurückliegenden Forschungen stammen, wird nur andeutungsweise oder fragmentarisch publiziert. Einer vollständigen Veröffentlichung harren u.a. die Materalien, die zur Zeit in den Sammlungen deutscher Museen aufbewahrt werden. Wie zuvor erwähnt, deuten die archäologischen Quellen auf einen Schwund der Przeworsker Besiedlung im oberen Theißgebiet während der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts spätestens aber um die Mitte dieses Jahrhunderts hin (GODLOWSKI 1985, 82-84, ryc. 6). Es taucht also ein Problem auf, dem bislang seitens der Archäologen und Historiker kein besonderes Interesse entgegengebracht wurde, und zwar die Frage, was mit dieser Bevölkerung geschehen war. In den erwähnten Gebieten kam es wohl zu einer kulturellen Assimilation, in gewissem Maße im sarmatischen Milieu, und in den anderen Regionen, im Vorfeld des dakischen Limes - im dakischen Milieu. Allerdings sind dies nur Vermutungen, die durch die zuvor genannten Funde von Medieçul Aurit gewissermaßen Bestätigung finden. Auf einen solchen Ablauf der Ereignisse deutet die Analyse der archäologischen Quellen hin. Die Schriftquellen liefern nur spärliche Informationen zur Geschichte der Wandalen im 3. und 4. Jahrhundert. Es sind dies Vermerke über die wandalisch-markomannischen Kämpfe in der Zeit von Caracalla (Cassius Dio LXXVIII, 20), die möglicherweise im Karpatenbecken ausgetragen wurden, dann über die Invasion der Goten zusammen mit den Wandalen (Hasdingen) in Moesia Inferior zur Zeit von Philippus Arabs (Jordanes, Getica 91) sowie über die Beteiligung verschiedener wandalischer Stämme an der Besiedlung Dakiens in der Zeit nach 270; weiters Informationen aus dem Jahr 290 über die Wandalen im Karpatenbecken (Kämpfe gegen die Gépiden, nach Panegyricus von Kaiser Maximianus - XII Panegyrici Latini III, 17), sodann die auf die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts Bezug nehmenden Angaben des Jordanes (Jordanes, Getica 113-114) über die Sitze der Wandalen im Gebiet zwischen den Flüssen Maros und Körös, die Kämpfe gegen die Goten und die Übersiedlung eines Teils der Wandalen nach Pannonién in der Zeit Konstantins (Jordanes, Getica 115). Allgemein kann also festgestellt werden, daß sich die Sitze der Wandalenstämme irgendwo im östlichen Teil des Karpatenbeckens befanden (GODLOWSKI 1994, 78). Ein Faktor, der eine Destabilisierung ihrer Besiedlungsstruktur bewirkte, könnte die Expansion der Gépiden gewesen sein, deren Besiedlung im Ostteil des Karpatenbeckens nach einigen Forschern bereits im 3. Jahrhundert eingesetzt haben soll (BONA 1961,206 ff; BONA 1986, 65-67). Doch sowohl aus einer Analyse der Schriftquellen (u.a. Jordanes, Getica 100, über die Rückkehr von Fastida in die Heimat; keine Informationen aus dem 4. Jahrhundert über die Gépiden im Karpatenbecken - SCHMIDT 1934, 530), als auch der archäologischen Quellen geht hervor, daß dieses Volk zusammen mit den Hunnen und den anderen, ihnen unterworfenen Völkern frühestens gegen Ende des 4. Jahrhunderts in den behandelten Gebieten auftauchte. Kommen wir jedoch erneut zu unserer Analyse der Bewaffnungs- und Ausrüstungselemente zurück. Im oberen Theißgebiet erscheinen während der zweiten