Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Andrzej Kokowski: Zur Herkunft einiger Amulette im Kreise der Gotenkultur

Das zweite Verzeichnis, verfasst von Th. Voigt, betrifft die Grabfunde vom 5. bis zum 7. Jahrhundert und zeigt ihre bedeutende Konzentration auf dem Gebiet zwischen der oberen Donau, dem oberen und mittleren Rhein und dem Main (VOIGT 1952, 177, Abb. 3, 180-183). Die Zusammenfassung der Informationen aus den oben dargestellten Karten gestattet uns festzustellen, daß das Tragen von Amuletten aus Cypraea-Muschcln in der römischen Kaiserzeit und in der Völkerwanderungszeit in einem relativ weiten Gebiet des europäischen Barbaricums, ohne Skandinavien, verbreitet war 5 . Die Funde aus den Gebieten der Wielbark-Kultur und der Luboszyce-Kultur unterscheiden sich am meisten von den anderen; sie wurden in Form eines Anhängers getragen, dessen Muschel man mit zwei Bändern aus Kupferblech kreuzweise umwickelt hatte. Die sarmatischen und gotischen sowie die Funde aus den Gebieten südlich und westlich der Wielbark-Kultur hingen dagegen immer an einer metallenen Öse. Man kann vier sich deutlich voneinander unterscheidende chronologische Zonen der Ausbreitung solcher Funde beobachten. Die ältesten Funde in Mittel- und Südeuropa gehören ohne jeglichen Zweifel der Sarmaten-Kultur an. Ein Beispiel dafür bildet das Grab in der Ortschaft Békés-Vizesbánom. Dort wurde die Muschel Cypraea unter anderem mit einer Fibel gefunden, die dem Typ Almgren 148/149 nahesteht (PÁRDUCZ 1944, Taf. LIV: 3, 6), was sich wiederum im System der mitteleuropäischen relativen Chronologie auf die Stufe B2 der römischen Kaiserzeit bezieht (GODLOWSKI 1977, 19). Im Fall des Gräberfeldes der Przeworsk-Kultur in Kamienczyk hat man fest­gestellt, daß sie am häufigsten in der Stufe B2a/B2b vorkommen (Zeitgruppe 7 - DABROWSKA 1997, 118-119). Das entspricht generell der Zeit noch vor Markomannenkriegen. In der Wielbark-Kultur hingegen erscheinen die analysierten Amulette in der ausgehenden Sufe B2. Darvon zeugt der Fall des Grabes 109 in Lubowidz, wo eine Fibel A.38 gefunden wurde (WOLAGIEWICZ 1995,74, Taf. XVII). Die Mehrzahl dieser Anhänger wird aber in die mittlere römische Kaiserzeit datiert (Stufen B2/Cl-Cla - STANEK 1999). Entschieden jünger sind die Funde aus der Cernjachov-Kultur und Marosszent­anna/Sîntana-de-Mureç-Kultur, deren Chronologie auf die jüngere römische Kaiserzeit zu beziehen ist (Stufen C2b-C3/Dl). Die Amuletten der letzten Gruppe - der „Rhein­gruppe" - in diesem Komplex sind allerdings in die ausgehende Völkerwanderungszeit zu datieren. Die obigen Bemerkungen könnten zu der Schlußfolgerung führen, daß sich die Cypraea-M.usch.un in Mitteleuropa dank der Sarmaten verbreitet haben. Schon längst bewiesen sind die frühen Beziehungen dieser Bevölkerung zur Maslomecz­Gruppe, die bei der Übergabe des Rohstoffes für die Herstellung solcher Amulette nach Norden als Vermittler fungiert haben dürfte, was wiederum durch die frühen Importe von anderen sarmatischen Gegenständen auf ihrem Territorium bestätigt wird (KOKOWSKI 1995B, 37; KOKOWSKI 1999C, 708-709). s Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß ein Fund aus Valleberga 24, Grab 1, im südlichen Schon (Schweden) mit Resten von gebundenen Anhängern aus einem „vierstrahligen" Bronzeblech, auch eine solche „umwickelte" Muschel enthielt (STRÖMBERG 1955, 176, 177, Abb. 12). Unser Wissen über diese Funde in den östlichen Gebieten der Sarmaten-Kulturen sollte dabei ebenfalls berücksichtigt werden (GusÈlNA­ZASECKAJA 1994, 133, Taf. 34: 318; 134, Taf. 35: 332).

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