Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Andrzej Kokowski: Zur Herkunft einiger Amulette im Kreise der Gotenkultur

Die Fundkonzentrationen an der oberen Donau und am Rhein mögen unabhängig voneinander entStenden sein. Voigt vertritt die Meinung, daß sie den Beziehungen zu römischen Kaufleuten zu verdanken sind (VOIGT 1952, 178). Man sollte aber auch die Möglichkeit erwägen, daß es die Ende des 4. und 5. Jahrhunderts nach Westen wandernden Ost- und Westgoten gewesen sein könnten, welche die Idee, Cypraea-Muscheln zu tragen, in diese Region mitgebracht haben. Die letzte Gruppe der Amulette, beispielsweise mit metallenem axtförmigem Anhänger, zeigt uns noch eine andere Art und Weise, wie sich die Idee, solche Anhänger zu tragen, verbreiten konnte. Die ältesten Funde sind uns aus den griechischen Städten bekannt und kommen in der ausgehenden vorchristlichen Zeit in Verbindung mit den Materialien der geto-dakischen Kultur zum Vorschein (Typ I nach Kokowski ­KOKOWSKI 1998, 100, 101, ryc. 6). Höchstwahrscheinlich wurden diese Muster von den in das Walachische Tiefland und die Ungarische Tiefebene zugewanderten Sarmaten akzeptiert, um dann in der jüngeren römischen Kaiserzeit (2. Hälfte des 3. Jahrhunderts) dank ihrer Vermittlung in den germanischen Gebieten Verbreitung zu finden. Innerhalb kurzer Zeit entstand sogar in der Elbezone das einheimische Mus­ter eines solchen Amuletts, das eine relativ deutliche Konzentration aufweist (Typ 4 nach Kokowski - KOKOWSKI 1998, 115, Abb. 8). Vielleicht haben sich in den Gebieten der Maslomeoz-Gruppe - unter dem Einfluß ihrer metallenen Vorbilder - neue, aus Bernstein hergestellte Anhänger enwickelt (KOKOWSKI 1998, 102; KOKOWSKI 1999A, 86, Abb. 106). Der obige Versuch, die Herkunft von verschiedenen Arten und Mustern der Amulette zu bestimmen, erhebt keinesfall Anspruch auf endgültige Entscheidung, wenn es um dieses hochinteressante Problem geht. Es wird aber ohne Zweifel veranschaulicht, daß die Kulturen im barbarischen Europa unterschiedliche Formen dieser Amulette hergestellt haben, und nur einige davon wurden außerhalb der einheimischen Gebiete von den kulturell oder ethnisch mehr oder weniger verwandten Völkern und Volksgruppen akzeptiert. Es könnte auch möglich sein, daß es - obwohl die Sarmaten Verbreiter der Idee vom Tragen mancher Typen von Amuletten sein mögen - eben die germanischen Kulturen waren, die ihre eigenen Erfahrungen in dieser Hinsicht übermittelt haben. Denkbar ist ferner, daß dieselben Gegenstände den Rang eines Amuletts unabhängig voneinander auf unterschiedlichen Gebieten und unter Einwirkung verschiedener äußerer Faktoren erworben haben.

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