Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Andrzej Kokowski: Zur Herkunft einiger Amulette im Kreise der Gotenkultur
Zur Herkunft einiger Amulette im Kreise der Gotenkultur Andrzej Kokowski In der mittleren Periode der römischen Kaiserzeit (Stufe B2/Cl-Cla - 2.-3. Jahrhundert n.Chr.) hat die en globe mit den Goten gleichgesetzte Wielbark-Kultur ihre Siedlungen in Pommern und Nord-Großpolen verlassen und sich nach Südosten begeben. In relativ kurzer Zeit hat sie das Gebiet Masowiens am rechten Weichselufer besiedelt und ist weiter in die Ostteile der Lubliner Hochebene, Wolhynien Hochebene und Podoliens eingedrungen (KOKOWSKI 1999B, 184). In der jüngeren römischen Kaiserzeit (Stufe Clb-C3 - 3. und Anfange des 4. Jahrhunderts n.Chr.) standen neue Kulturformationen unter ihrem Einfluß: Cernjachov-Kultur, Marosszentanna/Sîntanade-Mure§-Kultur und Maslomçcz-Gruppe, in deren Besitz riesige Gebiet im südöstlichen Europa gelangten (KOKOWSKI 1999B). Während ihrer Wanderungen und Eroberungszüge ist die Bevölkerung der Kulturen des Gotenkreises verschiedensten nicht-germanischen barbarischen Völkern Europas begegenet und hat unter ihrem Einfluß ihr eigenes Brauchtum geändert und neue Erfahrungen im Bereich der Technik und Technologie gesammelt. Eine der faszinierendsten Erscheinungen dieser Zeit ist die Präsenz von Gegenständen in manchen Grabkomplexen der oben angeführten Kulturen, die wegen ihres unzweck-dienlichen Charakters als „Amulette" bezeichnet werden können. Die Außerge-wöhnlichkeit dieser Funde, wie auch der besondere Zeitpunkt, an dem diese Erscheinung in größerem Umfang als man in der älteren römischen Kaiserzeit hätte erwarten können auftritt, stellt uns selbstverständlich vor die Frage nach der Genese des Brauches, solche Gegenstände als Amulette zu tragen. Relativ verbreitet und doch einseitig hat man bis heute angenommen, daß sich die Entwicklung des Brauches, verschiedene Gegenstände bei sich zu tragen, die ihren Besitzer vor Unheil bewahren sollten, unter dem bedeutenden Einfluß der SteppenKulturen, darunter vor allem der Sarmaten, vollzogen hat (z.B. VINOKUR 1969, 5556). Diese Auffassung entstand auf Grund eines einfachen Vergleichs der Häufigkeit der Amulette in den Gräbern der Sarmaten-Kulturen im Unterschied zu seltenen Funden solchen Typs in den Grabkomplexen der Gotenkreise. Bei näheren Unter-suchungen wurden aber weit kompliziertere Prozesse sichtbar, wie die Symbole mit der Funktion und dem Charakter der Amulette entstanden sind, obwohl sie bei den angrenzenden Kulturen nicht immer allgemeines Verständnis und Akzeptanz gefunden haben. Um den Umfang dieser Erscheinung genauer zu bestimmen, was natürlich ausführlicherer Studien und tiefgreifender Bearbeitung von Katalogen der Funde bedarf, versuchen wir, nur ausgewählte Beispiele der Gegenstände näher zu analysieren, die allgemein als Amulette anerkannt wurden. Unter verschiedenen Kategorien kann man vier Hauptgruppen unterscheiden: