Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Andrzej Kokowski: Zur Herkunft einiger Amulette im Kreise der Gotenkultur
1. Amulette aus organischen Stoffen, die häufig den Tierskeletten entnommen wurden, so z.B.: verschiedene Zähne, Fußknöchel (sog. Astragale) Fragmente des Geweihs, Krallen der Raubtiere; oder auch Bestandteile der menschlichen Skelette (KOKOWSKI 1995A, 166, Abb. 103). 2. Amulette aus Material organischer Herkunft, am häufigsten pflanzliche Stoffe. In dieser Gruppe gibt es bestimmt eine sehr große Anzahl Funde, die mit archäologischen Methoden schwer zu identifizieren sind, weil sie aus verschiedenen „weichen" Pflanzenteilen hergestellt wurden, die sehr kurze Dauerhaftigkeit aufweisen. 3. Amulette aus allen Arten von Muscheln. 4. Amulette aus Metall, Bernstein, Ton und Stein. Wenn es um die erste Gruppe geht, kann man im großen und ganzen feststellen, daß manche von ihnen ziemlich allgemein in großen Gebieten, wo verschiedene Völkergruppen nebeneinander existiert haben, und in breitem chronologischen Rahmen auftreten. Die Verbreitung der Astragalfunde, die nota bene nicht immer die Rolle der Amulette spielten, weil sie auch als spezifische „Spielmarken" bei duodecima scripta verwendet wurden (ROGATKO 1993, 89; ROGATKO 1994, 343-344; FASNACHT 1997), erlaubt uns zu vermuten, daß sie in verschiedenen Kulturzonen unabhängig voneinander zu. Amuletten unfunktioniert wurden, vielleicht sogar mit differenzierter „emotionaler Glaubensmotivation" (LEHMKUHL 1985; ROGATKO 1993, 87, Abb. 2; ROGATKO 1994, 353, 361, Abb. 8; GUSCINA-ZASECKAJA 1994, 21-22). Die gleiche allgemeine Verbreitung, diesmal aber hauptsächlich auf das Gebiet Germaniens beschränkt, scheinen die Amulette aus Bärenkrallen und -zahnen zu haben. Sie sind von allen Territorien der germanischen Kulturen bekannt: Elbekreis, Przeworsk-Kultur, Wielbark-Kultur, Maslomçcz-Gruppe (SCHMID 1942; AMBROSIANI 1954, 68, Abb. 3; SKJOLSVOLD 1969, 158, 160, Abb. 18; ALBRECTSEN 1971, Taf. 151 f; MOHL 1977; NIEWEGLOWSKI 1981, 33; RAMQVIST 1983, 44, Abb. 3: 20; ROGATKO 1994, 345), wo sie übereinstimmend als Jägertrophäen und -amulette zugleich interpretiert werden (PESCHECK 1939, 158). Das Fehlen solcher Funde in der Cernjachov-Kultur und weiter im Osten scheint mit den natürlichen Verbreitungsgebieten der Bären verbunden zu sein; in Steppenregionen treten sie nämlich nicht auf. Am weitesten im Osten wurde ein Bärenzahn im Grab 300 in Maslomçcz gefunden (KOKOWSKI 1995A, 74, Abb. 50). Der Charakter dieses Komplexes und seine auffallend große Ähnlichkeit mit den Grabinventaren aus der Zone „C" der Wielbark-Besiedlung 1 könten dennoch Hinweise sein, daß der angeführte Bärenzahn vermutlich von Ansiedlern aus dem mittleren Pommern mitgebracht wurde. Ein anderes, in manchen Gräbern vorkommenes Amulett ist der Anhänger aus der ausgehöhlten Rose des Hirschgeweihs, die um den Rand herum kleine Löcher aufweist. Bisher wurden 25 solche Funde an 17 Fundstellen registriert (siehe Fundliste I und Abb. 1). In der Fachliteratur ist die falsche Interpretation verbreitet, daß sie als Armringe fungiert haben (DIACONU 1975). Die Lage dieser Funde im Verhältnis zu dem Skelett in den Gräbern der Maslomçcz-Gruppe erlaubt uns für richtiger zu halten, daß sie aufgehängt, am häufigsten am Gürtel, getragen wurden (ROGATKO 1994, 346). 1 Definition der Kategorie Zone „C" nach R. Wol^giewicz (WOLAGIEWICZ 1981, 85) und А. Kokowski (KOKOWSKI 1999A, 24-25).