Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Mihály Kőhegyi - Gabriella Vörös: Bestattungsbräuche in dem sarmatischen Gräberfeld von Madaras

ständig erfaßt werden, da sich hier in einer Breite von 10-15 m ein Waldstreifen erstreckte. Hügel 1 und 13 sowie das nördlich von Hügel 4 liegende Grab 23 reichten halb über die Grabungsgrenze hinaus, unter dem unerschlossenen Waldteil dürften sich jedoch nur wenige Gräber verbergen, da dieser Bereich bereits zum Uberflutungs­gebiet des Kígyós-Baches gehört. Der Zugang zum Friedhof lag im Osten. Das gesamte Areal war von einem 225 m langen, bis zu 4 m breiten Graben umgeben, der von Zeit zu Zeit sorgfältig erneuert und gereinigt wurde. Es kann hier nicht darum gehen, die Befunde und die etwa 27000 Funde im einzelnen vorzustellen. Eine Publikation, an der sich auch G. Vörös beteiligt, ist als Sondermonographie geplant. Die Belegungsdauer des Friedhofes reicht vom Ende das 2. bis mindestens zum Ende des 4. Jahrhunderts; bei der endgültigen Bearbeitung können sich Verschiebungen um einige Jahrzehnte insbesondere für das Ende der Periode herausstellen. Die Toten wurden mit dem Kopf nach Süden und den Füßen nach Norden begraben. Diese Ausrichtung ist bei den Sarmaten im Karpatenbecken üblich. Die in das Donau-Theiß-Becken eingewanderten Jazygen waren in ihren Traditionen die Träger der mittelsarmatischen Susly-Kultur und setzten die bis in die Anfange der Prochorowka-Kultur zurückreichende Tradition der Nord-Süd-Orientie­rung fort. Das trifft auf 65% der freigelegten Gräber und auf etwa zwei Drittel, genauer auf 68,5%, der erforschten Fundorte in Ungarn zu. Das Gräberfeld von Madaras gehört ebenfalls dazu, obwohl in einigen Fällen auch die umgekehrte Orientierung (Süd-Nord) vorkam. Die Gräber waren in der üblichen Rechteck-Form angelegt. Bei der Prüfung der Daten von Länge und Breite wandten wir die Methode von E. Istvánovits (ISTVÁNOVITS 1991, 35) an, das heißt, wir verglichen die Indexzahlen aus der Teilung der beiden Werte. Die Daten der Hügelgräber - dazu rechneten wir auch die Gräber mit Rundgraben - und der „unbezeichneten" Gräber wurden getrennt untersucht. Ohne hier in Einzelheiten zu gehen, ergab sich dabei, daß die Grundfläche der Hügel­gräber wesentlich größer ist, als die der anderen Bestattungen. Die Form ihrer Grabkammer ist fast quadratisch, wie es auch bei anderen unter Hügeln liegenden Bestattungen - etwa in Geszteréd, Isaszeg, Jászalsószentgyörgy, Hortobágy-Poroshát ­beobachtet wurde. Vermutlich weisen die Höhe des Hügels und die Größe des Grabes auf die gesellschaftliche Position des Toten hin. Auch das Fundmaterial der über­hügelten Gräber war wesentlich reicher. Bei der Behandlung der Bestattungsbräuche sei zuerst auf den Sarg hingewiesen. Der Gebrauch von Särgen ist bei den tiefländischen Sarmaten allgemein verbreitet. V. Kulcsár (KULCSÁR 1998,28) fand ihn in 23 % der untersuchten Friedhöfe. Mit Sicherheit ist der Anteil jedoch viel höher, da er in Gräbern ohne Eisenobjekte nur selten nachweisbar war. Die sorgfältigeren, genaueren Ausgrabungen des letzten Jahrzehnts zeigen aber, daß wir mit einem Sarg auch dann rechnen können, wenn die Klammern, mit denen die Hölzer zusammengehalten wurden, im Grab fehlen. In zahlreichen Gräbern des Friedhofs von Madaras fanden sich Sargklammern mit sogenanntem S­Zipfel, einer typischen Entwicklung aus dem Karpatenbecken. Rekonstruktionsversuche von Baumsärgen wurden von zahlreichen Archäologen (DINNYÉS 1975; VÖRÖS 1988) vorgelegt. Die Gräber von Madaras bestätigen ihre Ergebnisse. Wir können vielleicht

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