Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Mihály Kőhegyi - Gabriella Vörös: Bestattungsbräuche in dem sarmatischen Gräberfeld von Madaras
hinzufügen, daß wir statt des vollen, runden Holzklotzes die beiderseits abgeflachte Form für wahrscheinlicher halten, mit der nicht nur das Gewicht des mehrere Doppelzentner schweren Sarges verringert, sondern auch für seine Stabilität gesorgt werden konnte. Wie das Innere muldenartig ausgehöhlt wurde, war auch das Außere so zugeformt, daß der Sarg eine möglichst plane Auflagefläche hatte. Zum Tragen des Sarges diente ein rechteckiger Holzrahmen. Das konnten wir im Grab 658 beobachten, das durch seine Lage am Rande des Friedhofes in der Nähe des Moores fast immer unter Wasser lag und dadurch besonders gute Erhaltungsbedingungen für organisches Material aufwies. Die Länge des Rahmens entsprach exakt der des Sarges und war genau dessen Kopf- und Fußende angepasst. Ein Verrutschen wurde dadurch verhindert. Die Breite des Rahmens war geringer als der Durchmesser des Sarges. Die Hölzer stützten den Sarg gleichsam ab und bildeten gleichzeitig ein Tragegerüst. (Wir halten es für vorstellbar - beweisen können wir es nicht - daß die längeren Seiten mit zwei oder drei breiten Sprossen verbunden waren.) Wenn der Sarg in das auf diese Weise entstandene „Bett" gesenkt war, lag er vollkommen unbeweglich. Der aus grob zugerichtetem Holz gefertigte und ineinander verzapfte Rahmen war so konstruiert, daß alle vier Enden in einen Handgriff ausliefen, an dem er gefasst und angehoben werden konnte. Acht Männer wurden zum Tragen eines solchen schweren Sarges benötigt. Der Rahmen wurde leicht angesengt; auch heute noch wird Holz durch dieses relativ einfache Verfahren haltbarer gemacht. In Grab 658 waren das Tragegerüst mit einer schwarzen Masse, wohl Pech, bestrichen und der verhältnismäßig gut erhaltene Sarg mit rotbrauner Farbe bemalt. In den Gräbern haben wir im allgemeinen nur eine Sargklammer mit S-Zipfel gefunden. In einem Fall waren zwei Klammern direkt an die beiden Enden des Grabes geheftet, zumindest lagen sie sehr nahe daran. Demnach war der Sarg bereits geschlossen, als er in die Grube gesenkt wurde, sonst hätte man die Klammern nicht einschlagen können. (Ob der Sarg zu Hause oder am offenen Grab geschlossen wurde, ist nicht nachweisbar.) Asche in den Gräbern deutet auf Praktiken des Feuerkults hin. Asche am Boden des Grabes ersetzte einen ehemals lebendigen, komplizierten Ritus. K.F. Smirnov weist nach, daß neben dem Grab Feuer gemacht und die noch heiße Glut in die Grube gestreut wurde; manchmal wurde der Tote dabei auch versengt (SMIRNOV 1989, 165). In den Bestattungen auf dem Gräberfeld von Madaras gelangten solche feurigen Funken nicht ins Grab, und nichts deutet darauf hin, daß die Toten angebrannt wurden. Vom Feuer stammende Flugasche - die wir anfangs für Kalk hielten - kam dagegen in mehreren Gräbern vor. In einem Fall war die Asche auf das kürzere Ende des Grabes gestreut, dabei befand sich auch verkohltes Reisig. Im gelben Ton des auf den Ausläufern der Telecskai-Hügeln angelegten Friedhofes waren alle Bodenbefunde hervorragend zu beobachten. Die Gräben der mit Rundgraben versehenen Gräber erreichten mit einer leicht nach innen ziehenden Böschung eine Tiefe von etwa 0,60-1,10 m. Das Profil war in einigen Fällen nicht spitz, sondern hohl ausgeformt - vermutlich als Folge davon, daß der im Laufe der Zeit durch Wind und Wetter verfüllte Graben mit Hilfe eines hackenähnlichen Gerätes mehrfach erneuert worden war. Die charakteristische Wellenlinie kann entstanden sein, als man von den Grabenrändern aus den Schlamm und die Erde herausgeworfen hat.