A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 44. (Nyíregyháza, 2002)

Régészet - János Makkay: Das metallgeschichtige Götterstandbild, die Axt als Attribut, und das rituelle Spinnen. Uralte hethitisch–protoslawische (und altslawisch–unungarische?) Kontakte im Hintergrund der Hexe Eisennase

János Makkay es bedeckte das Gesicht oder den Kopf einer ca. 16 cm hohen männlichen Statuette - ist in die Zeit um 1100 v. Chr. zu datieren (RENFREW ET ALII. 1985. 302. Abb. 8:2. und Taf. 59. Vgl. noch MAKKAY 1988. 17., MAKKAY 1990. 534.). Auch in Minet el Beida kam eine einen Mann darstel­lende Statuette ans Licht, deren behelmter Kopf mit Goldblech, die Brust dagegen mit Silber­blech besetzt war (NEGBI 1976. 30-34., 114., 135., 163., Taf. 22., 1308. und Abb. 128. Vgl. noch MAKKAY 1988. 17., MAKKAY 1990. 534. mit weiterer Literatur). Während man den Fund von Philakopi zuverlässig an das frühgriechische, also indoeuropäische Ethnikum binden kann, ist dasselbe bei der zwischen 1450 und 1200 v. Chr. entstandenen Statuette von Minet el Beida nur schwer vorstellbar. Was die das Gesicht oder den Kopf (oder andere Körperteile) der Götterstatuen bede­ckenden Metallbleche betrifft lässt sich also höchstens soviel feststellen, dass die Perum- Sta­tue von Kiew mit ihrem silberbesetzten Kopf und Goldschnurrbart an einen ziemlich alten (schon um 2200 v. Chr. mit einem archäologischen Fund, ab der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. mit mehreren Schriftquellen zu belegenden), über ein weites Gebiet verbreiteten Bräu­chekreis und dessen Glaubenswelt anlehnt. Bekannt ist übrigens auch eine hethitische Quelle, derzufolge den Kopf der Statuette Eisenbleche bedeckten, und diese Angabe wird im Allgemei­nen auf die Statuette von Hasanoglan bezogen (MAKKAY 1988. 16. Anm. 2.). Besonders be­stimmt sind die mit den Hethitern zusammenhängenden diesbezüglichen Quellen. Weitaus en­ger lassen sich solche protoslawisch-hethitischen Bande aber knüpfen, wenn man noch eine an­dere Eigenheit Perum's in Bretracht zieht; namentlich die, dass sein Attribut die Axt (oder der Hammer) war, und zwar die zweischneidige Axt, eine Art Zimmermannsaxt (DARKEVIC 1961.). Wen überrascht es da, dass die etymologisch und semantisch bereits mit Perum, in Zusammen­hang gebrachte hethitische Gottheit Pirwa/Perwa/Peruwa, die männliche Gestalt der Göttin Istar, ebenfalls eine Axt - fallweise sogar eine goldene Axt - als Attribut trug (ROST 1961. 175.). Und noch weniger überraschend dürfte es sein, dass die eine Axt als göttliches oder kö­nigliches Attribut enthaltenden frühesten Fundkomplexe (Grab- und Schatzfunde) in Klein­asien aus exakt demselben Zeitalter stammen wie die erwähnte Statuette mit Goldmaske vom Fundort Hasanoglan: aus der zweiten Periode der Frühbronzezeit (d.h. Alaca Höyük, Troia, Dorak). Diese herrscherliche oder göttliche Axt als Symbol oder Attribut der Macht entsprach naturgemäß immer dem Axttyp des jeweiligen Zeitalters, wenngleich nicht wenige Angaben darüber vorliegen, dass die Form der als Zepterkopf oder Attribut verwendeten Axt zäh an der Überlieferung einer noch früheren Epoche festhielt. In der Bronzezeit beispielsweise an der Form der Steinaxt. Pirwa/Perwa/Peruwa war eine zur Zeit der frühassyrischen Handelskolo­nien in Kleinasien verehrte kappadokische Gottheit (HAAS 1994. 413.). Nach den hethitischen Texten wurde sie als Gottheit zu Pferde abgebildet, die Zügel und Peitsche in der Hand hält. Ein Teil der Texte bezeichnet diese Gottheit abwechselnd als Pirwa bzw. Istar, weshalb die Forscher annehmen, dass sie die männliche Erscheinungform der Göttin Istar war und dass ihre Kultstatuen häufig Silber(blech) bedeckte (HAAS 1994. 414., 475., 499. usw.). 7 Dem entspricht der schon erwähnte hethitische Text, in welchem von der aus Gold gefertigten Statue des männ­lichen Gottes Istar die Rede ist: sie stellt einen sitzenden Mann dar, aus dessen Schultern Flügel herauswachsen, in seiner Rechten hält er eine goldene Axt und seine Brust ist mit Der Name der auf einem Pferd sitzenden, also männlichen Gottheit Istar war Pirwa: SCHULER 1965. 190-191. 26

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