A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 44. (Nyíregyháza, 2002)

Régészet - János Makkay: Das metallgeschichtige Götterstandbild, die Axt als Attribut, und das rituelle Spinnen. Uralte hethitisch–protoslawische (und altslawisch–unungarische?) Kontakte im Hintergrund der Hexe Eisennase

Das metallgesichtige Götterstandbild, die Axt als Attribut, und das rituelle Spinnen Aber nicht nur Perum trug eine Axt als Attribut, sondern auch sein Gefährte aus Klein­asien, die schon erwähnte kappadokische Gottheit Pirwa (*perurta > Perwa, Pirwa, Peruwä). Pirwa-Istar z.B., oder mit anderem Namen Istar-Sauska, war eine Erscheinungsform der Kriegsgöttin Istar in männlicher Gestalt, dessen Attribut, einer hethitischen Quelle zufolge, die in der rechten Hand gehaltene goldene Axt und dessen Brust mit Goldblech bedeckt war (ROST 1961. 175.). Damit ist der Punkt erreicht, an dem man feststellen kann, dass zwischen diesen slawi­schen, baltischen und hethitischen Götternamen neben den etymologischen, semantischen und sprachgenetischen Zusammenhängen noch mindestens zwei weitere Verbindungen bestehen. Das eine Band ist die Axt als Attribut und das zweite die ihren Kopf (ihr Gesicht, ihren Ober­körper) bedeckende Metallplatte. Betrachten wir uns die Angaben aus der Nähe! Einem Keilschrifttext zufolge standen in der assyrischen Stadt Assur, in dem Tempel, der dem Gott Assur geweiht war, neben dem Abbild des Gottes zwei Fackeln oder Leuchter, deren Funktion war, das Gesicht der Kultstatue zu beleuchten. Das hing mit einem aus Sultan­tepe stammenden Orakeltext zusammen, der besagt, das Gesicht (die Gesichtszüge) des Göt­zenbildes von Assur sei aus Gold geformt. Bislang kam ein solches assyrisches Standbild noch nicht zum Vorschein, aber so ähnlich muss das bei Zikkurat von Assur gefundene Fragment einer den Gott Adad darstellenden Statue gewesen sein: in der Hand hielt er einen goldenen Dreizack, eine Darstellung des Blitzes (MAKKAY 1985-1986. 82-83., MAKKAY 1987. 69-70., MAKKAY 1990. 534-535.). Genau entspricht dem assyrischen Text wiederum ein namhafter archäologischer Fund. Es handelt sich um eine 25 cm hohe, eine Frau darstellende Silberstatuette, deren Kopf und Hals bedeckende Maske (weiters der quer über die Brust gelegte Kreuzgürtel sowie die Fuß­ringe) jedoch aus Goldblech sind. Die Statuette kam an einem mittelanatolischen Fundort na­mens Hasanoglan als Streufund zum Vorschein, ist aber in die mittlere Periode der kleinasiati­schen Frühbronzezeit, so um 2200-2100 v. Chr., zu datieren; also ein bis zwei Jahrhunderte früher als die ersten bekannten archäologischen Denkmäler der Hethiter oder die um 1700 v. Chr. beginnenden Schriftquellen im Zusammenhang mit den Hethitern. Deshalb kann nicht mit letzter Genauigkeit entschieden werden, ob sie sich ethnisch an die indoeuropäischen Hethiter binden ließe, was aber eher unwahrscheinlich scheint. Für uns ist sie wichtig, weil dies gegen­wärtig das früheste bekannte Exemplar einer Götterdarstellung mit Metallgesicht bzw. Metall­kopf ist, und zwar vermutlich die Statuette einer Fruchtbarkeitsgöttin. In hethitischen Keilschrifttexten werden aus Holz gefertigte Götterskulpturen erwähnt, deren Köpfe mit Gold oder Silber überzogen waren. Diese Angaben füllen den tausendjährigen Hiatus zwischen der frühbronzezeitlichen Statuette und den assyrischen Quellen gut aus. Eine der Quellen berichtet aus der Stadt Lapana von der Holzskulptur einer stehenden Göttin, deren Kopf Gold, den Körper dagegen Blei bedeckte. In einer Stadt namens Tiura befand sich am Kopf der Holzstatue Gold- und am Körper Silberüberzug. Der Name der Göttin lautete Ijaja. Anderen Quellen zufolge entstand auch von dem hethitischen König Hattusili ein lebensgroßes Standbild aus Holz, dessen Kopf sowie beide Hände und Beine mit Goldblech besetzt waren (GÜTERBOCK 1983. 208-210.). Was die Frage etwas kompliziert sind bei Freilegungen in Philakopi auf der Insel Milos und auch im levantinischen Minet el Beida zu Tage gelangte Funde, bei denen es sich um Me­tallbesätze der Köpfe ähnlicher Statuen handelt. Das Goldblech vom erstgenannten Fundort -

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