A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 33-35. - 1990-1992 (Nyíregyháza, 1993)

László Dám: Im Boden versenkte Wohngebäude in der Ungarischen Tiefebene (fordította: Bartus Imréné)

Im Boden versenkte Wohngebäude in der Ungarischen Tiefebene Von der Studie werden die Typen der im Erdboden versenkten Wohnge­bäude, deren geografische Verbreitung und ihre Rolle in der Geschichte der Volksbauweise in der Ungarischen Tiefebene vorgestellt. Die im Boden eingelassenen Wohngebäude lassen sich zwei großen Gruppen zuordnen: nur zu einer bestimmten Jahreszeit bewohnte, provisorische Kuppelhütten und Dachhütten mit versenktem Fußboden bzw. als ständige Unterkunft dienende, im Boden eingelassene Wohnhäuser. Die im Boden versenkten Kuppel -und Dachhütten (Abb. 1-4.) waren noch vor reichlich einem Menschenalter im Kreise der Hirten, Flurhüter, Fischer, Wald- und Feldarbeiter, auf den Melonen- und Tabakfeldern allgemein verbrei­tet, häufig aber auch in den Weingärten. Auch die im Erdboden eingelessenen Wohnhäuser können in zwei Gruppen gegliedert werden. Im ersten Fall besitzt das Haus überhaupt keine gemauerte Wand. Das Gebäude wurde so in die Erde eingelassen, daß die Grube selbst die gesamte Wandhöhe ausmacht, das Dach aber unmittelbar auf dem Rand der Grube aufsitzt (Abb. 5-6.). Im anderen Falle ist der Fußboden in unter­schiedlichem Maße versenkt, die Grubenwand wird jedoch durch eine über die Erdoberfläche hinausragende künstliche Mauer ergänzt (Abb. 7-8.). Bei Er­richtung der Wand am häufigsten verwandte Techniken sind die beschlagene, Strohlehmziegel- und Geflechtmauer. Beide Varianten verfugen im allge­meinen über eine Dachpfette, das Material zum Dachdecken sind Schilf oder andere pflanzliche Stoffe, die in einzelnen Fällen noch mit Erde eingedeckt werden. Die Grundrißeinteilung der im Boden versenkten Wohnhäuser und ihre Heizeinrichtung deckt sich mit jenem System, das im allgemeinen für den Haustypus der Tiefebene charakteristisch ist. Im Zimmer befindet sich ein von außen beheizter schoberförmiger Ofen, der im Gebiet der Nyírség noch durch einen Kamin ergänzt wird. In der Küche finden wir die für die offene Feuer­stelle errichtete Feuerbank, und hier ist auch der freiliegende Schornstein, der dazu dient, das ganze Haus frei von Rauch zu halten. Die vollständig oder nur zum Teil im Erdboden versenkten Wohnhäuser zeigen hinsichtlich ihrer geografischen Verbreitung keine wesentlichen Ab­weichungen. In den meisten Fällen kommen beide Varianten nebeneinander vor. Die ganz in der Erde eingelassenen Typen kommen jedoch in erster Linie in den Gebieten Nyírség, Hajdúság und Kiskunság in größerer Zahl vor, während in anderen Gebieten der Tiefebene die Zahl der nur teilweise versenk­ten Typen bedeutender ist. 152

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