A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 33-35. - 1990-1992 (Nyíregyháza, 1993)
László Dám: Im Boden versenkte Wohngebäude in der Ungarischen Tiefebene (fordította: Bartus Imréné)
In der Geschichte der ungarischen Volksbauweise kam den im Boden eingelassenen Wohngebäuden eine wichtige Rolle zu. Zur Arpádenzeit waren sie — laut Zeugnis der archäologischen Funde — allgemein verbreitet, und ihre Verwendung beginnt erst im 14. Jh. in bedeutendem Maße in den Hintergrund zu rücken. Im 15-17. Jh. werden die Erdhäuser aus der allgemeinen Praxis der bäuerlichen Bauweise verdrängt. In Gang kommt ihre Benutzung erst während der 150jährigen türkischen Besetzung bzw. in der darauffolgenden Zeit der Neubesiedlung wieder. Im Ergebnis der Konsolidierung zum Ende des 18. Jh. nimmt auch die Zahl der Erdhäuser stark ab, und im vergangenen Jahrhundert werden sie bereits nur noch von den ärmsten Schichten der Bauernschaft verwendet. Die Erdhütten werden zur Wohnstatt von Herrschaftsdienern (Abb. 10.), Wald- und Feldarbeitern, Hirten und Feldhütern. Im 20. Jh. nimmt ihre Zahl immer mehr ab und heute ist ihre Existenz nur noch Erinnerung. László DÁM Báthori István Múzeum Nyírbátor, Károlyi út 13. H-4300 153