A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 15-17. - 1972-1974 (Nyíregyháza, 1982)

Erdész Sándor: Beiträge zu der ungarischen Schlangenehrung

nur dem abgeschnittenen Schlangenkopf, sondern der das Messer ersetzenden Geld­münze magische Kraft zu. Dazu knüpfen sich die Glaubensmotive über die „Hexen­erkennung" und über den „unversiegbaren Geldbeutel". 8. Schlangenglauben. Der Autox stellt hier drei Glaubensgruppen vor. „Das Tot­schlagen der Schlange" handelt sich darum, dass das Stock, mit dem die Schlange tot­geschlagen wurde, bringt Glück. Das „Schlangensehen" bezieht sich sowohl auf le­bendige als auch tote Schlangen, das Erblicken der ersteren ist glückverheissend, der zweiteren prophezeit Krankheit. Den „Schlangenknochen" bekleidet das Volk mit Krankheit verursachendet Kräften, wer auf den Schlangeniknochen tritt, wird sterben. 9. Die Hexe in Gestalt einer Schlange. Die „Umwandlung" in die Gestalt einer Schlange ist ein seltener Glauben, taucht lieber in den Hexenprozessen auf. 10. Schlangenzauberei. Die ungarischen Variationen handeln sich darum, dass ein Mann die Schlange auf einen Baum hinaufsetzt oder hinaufschickt und wenn er sie nicht herunterlud, muss die Schlange ewig dort bleiben. Die deutschen Sagen über die Schlangen/Zauberei sind andersartig. 11. Die Vertreibung der Schlangen mit Zaubersprüchen geschieht meistens am Ostermorgen. 12. Der Haselbusch und die Schlange stehen in der ungarischen Glaubenswelt nicht im Gegensatz: die Schlange lebt unter dem Haselbusch und ist die Mistel des Busches. In dem deutschen Volksglauben tötet der Hasel die Schlange. 13. Schlangenstein. Der ungarische Volksglaube kennt zweierlei Schlangensteine, erstens als von der Schlange geblasenen Stein, zweitens als im Kompf der Schlange gewachsenen Stein. Der Stein an sich ist schon von hohem Wert, dabei besitzt er ma­gische Heilkraft. Nach dem Volksgaluben machen einige Schlangensteine den Men­schon unsichtbar oder schliessen die Schlösser auf. Der Schlangenstein schützt gegen Krankheit, Verwünschung, seinem Besitzer bringt er Glück und Reichtum. Diesbe­züglich kennen wir zahlreiche Schlangensagen „Die Drachenschlange und der Mensch lecken einen Schlangenstein" ist der Titel einer der Sagengruppen, welche sich darum handelt, dass der Mensch in einem Wald in eine tiefe Grube fällt, in der die Dra­chenschlange haust; um seinen Hunger und Durst zu stillen, die Schlange nachah­mend, leckt der Mensch einen Schlangenstein.; die Schlange erbarmt sich des Men­schen nach mehreren Jahren, sie lässt ihn Schweigen geloben und lässt ihn frei; der Mensch bricht sein Gelöbnis, verrät das Versteck an einen fremden Mann, der der fahrende Schüler ist; der fahrende Schüler zwingt die Drachenschlange mit dem ma­gischen Zügel zum Verlassen der Grube und reitet auf dem Rücken der Drachen­schlange in die Wolken. Diese Sagengruppe deckt sich zum Teil mit dem Märchen­typ AaTh 672 D überein. Sándor Erdész 182

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