A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 11. - 1968 (Nyíregyháza, 1969)

Molnár Mátyás: Hinweisen zu den Beziehungen des ungarischen Dichters Mihály Tompa zu den Komitaten Szabolcs und Szatmár

HINWEISE FÜR DIE BEZIEHUNGEN DES UNGARISCHEN DICHTERS MIHÁLY TOMPA ZU DEN KOMITATEN SZABOLCS UND SZATMÁR 1967 feierte man die Wiederkehr des 150. Geburtstages von Mihály Tompa und 1968 gedachte man seines 100. Todestages. In der Reihe der festlichen Erinnerungen sprechen wir diesmal über diejenigen Beziehungen und Denkmäler, die Tompa mit unserem Komitat Szabolcs-Szatmár (früher Komitat Szabolcs und Komitat Szat­már) verband. Aus der Hochschule von Sárospatak gingen diejenigen Wege aus, die Tompa in das Komitat Szabolcs führten. Den einen Weg bedeuteten die Umstände seiner Schulbildung, den anderen die Freunde. Tompa gelangte 1832 an die Hochschule von Sárospatak. Als ärmlicher Schüler verdiente er sich die Kosten seiner Studien zuerst als Werkstudent, später als Instruktor. Im Jahre 1841 ist er der Erzieher des Sohnes des Gutsbesitzers Lajos Jármy aus Laskod und die Sommerferien verbrachte er bei der Familie seines Schü­lers in Laskod. Hier lernte er eine Verwandte der Familie Jármy, Katalin Böször­ményi kennen und verliebte sich in sie. Diese Liebe bereicherte Tompas Lyrik. In den durch Katalin Böszörményi inspirierten Gedichten können wir die Perioden der Liebe des Dichters verfolgen und parallel seine Entwicklung zu einem echten Dichter beobachten. Die Gedichte ,Ligeiberi (Im Hain) und ,M egnyugvás' (Beruhigung) zeugen vom Erwachen der Liebe. Die Gedichte ,A fecskéhez 1 (An die Schwalbe), ,Kedvesemhez' (An meine Geliebte) und Napraforgók' (Sonnenblumen) deuten die Steigerung seiner Gefühle an. In seinem Gedicht ,Nyílt levél egy hölgyhöz'' (Offener Brief an eine Dame) gesteht er auch der Mutter Katalins seine Liebe zu ihrer Tochter. Der im Vers aus­gedrückten, formalen Brautwerbung folgte aber keine Ehe. Die materiellen Um­stände und seine Krankheit zwangen Tompa der Liebe zu entsagen und sich zurück­zuziehen. In dem Gedicht ,Hárfáni' (Meine Harfe) tröstet er sich mit dem Vergessen. Aber ganz konnte er seine jugendliche Liebe nie vergessen. Vor seinem Tode schickte er ihr seine Photographie zur Erinnerung an die schönen Tage in Laskod. Katalin Böszörményi hat diese Erinnerung des Dichters ähnlicherweise erwidert. Tompas andere sehr bedeutende Verbindung mit dem Komitat Szabolcs ist seine Bekanntschaft mit der in Nagyfalu (heute Tiszanagyfalu) wohnenden Karo­lina Pogány, die an Barnabás Bonis verheiratet war. Durch die Familie seines Freundes Miklós Szemere lernte er Frau Bonis kennen, in derem gastfreundlichen Hause er häufiger Gast war. Die Landschaft um Nagyfalu und die dortigen Erleb­nisse fanden ihren Platz in den Blumensagen Tompas und auch die Erinnerung an Frau Bonis ist in zwei schönen Stücken seiner Dichtkunst vorhanden. Im Gedicht­Brief ,Levél Pogány Karolinának (Brief an Karoline Pogány) berichtet er, der junge Pastor aus Beje, seiner Freundin über seine geistliche Arbeit und seine dichterischen Pläne; und in der Ode ,Bónis Pogány Karolina szellemének'' (Dem Geiste Karoline Bonis Pogány's) stellt er der früh verstorbenen Frau ein würdiges Denkmal. Es ist verständlich, daß beide Gedichte von der maßlosen Ehrerbietung und von der schwärmerischen Bewunderung für die kunstliebende Frau zeugen, da er in Frau Bonis den selbstlosen, edeldenkenden Freund fand, einen Freund, der die Dichtkunst Tompas verstand und liebte und seine dichterische Schaffenslust immerwieder anfeuerte. 261

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