A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 4-5. - 1961 (Nyíregyháza, 1964)
Nyárády Mihály: Die Volkstracht von Ajak
für sein Los waren wiederum zwei Personen: Erstens, Rosa Rosenfelds Bruder, ein Kaufmann namens Abraham Rosenfeld, zweitens, Maria M. Kovács, — spätere Frau Stephan Torma —, war ein junges a jaker Mädchen mit Unternehmungsgeist. Beide kamen überein, anstatt der zwei Sonntagskleider ihrer viere in Mode zu bringen. Auch dieses Mädchen überredete ihre Freundinnen zum Tragen dieser neuen, modefarbigen Kleider. Damals wurde in der „Säumchenkleid" benannten Tracht der Mädchen von Ajak die auch heute obligatorische Ordnung aufgestellt. So trägt man am ersten Sonntag weißen Delain. Am zweiten Sonntag weissen Delain mit Pfingstrosenmuster. Am dritten Sonntag roten oder grünen Delain mit Pfingstrosenmuster, am vierten Sonntag jedoch das „Roter Rock" benannte Kleidungsstück. Später wurde dann auch vereinzelt Kashmir in ähnlichen Farben und Mustern verwendet, in der Folge auch der großblumige, durch die Frauen von Mezőkövesd in Ajak eingeführte Delain. Das reinweiße Kleid der erwachsenen Mädchen für den ersten Sonntag diente zu dieser Zeit durchwegs auch als Brautkleid; bräutlichen Charakter verlieh ihm lediglich der Brautkranz. Die jungen Frauen trugen nun am ersten Sonntag bereits das geblümte weiße Kleid, am zweiten Sonntag das geblümte Rote. Im Übrigen blieb bis zum Alter von 25 Jahren (Alter des erwachsenen Mädchens) alles das Gleiche. Zu diesen Kleidern gehörte nun anstatt des Kragens das „menyecskecsüngő" (etwa: Frauchenhängsel) in weißer Farbe (Junge Frau bezeichnende Stickerei, die zur Haube gehörend, von dort auf die Brust herunter fiel.) Die Kleider der späteren Jahrgänge machten auch wieder große Veränderungen durch. Ihre Farbe wurde dunkler, das Muster kleiner. Nach dem dreißigsten Lebensjahr vermissen wir auch bereits die aus Band geknüpfte Kokarde. Die Farbe des nunmehr in gerader Linie laufenden Bandes ist jetzt grün. Als Aufputz wird u. a. auch Zackenlitze verwendet. Nach dem sechzigsten Lebensjahr ist die Grundfarbe des Kleides, das mit applizierten Blumen aus eigenem Material geputzt wird, durchwegs schwarz. Ein noch „lebendes" altes Kleindungsstück der Frauen von Ajak ist das „Rékli", ein ungefüttertes Jäckchen, zu dem man die Röcke des „Säumchenkleides" trägt. Bei den Jungen besteht es aus feinem, weißem Leinen, bei den älteren Altersklassen aus weißem Krepp, später aus leichtem, färbigem Material. Nach dem sechzigsten Lebensjahr jedoch ist auch hier schwarz das Vorschriftsmäßige. Die Jäckchen werden mit Filetspitze, Samtband und schließlich Zackenlitze geziert. Außer diesen Freiertagskleidern verfügen die Frauen von Ajak auch über einfachere, für den Alltag. Bei Fahrten nach auswärts ziehen sie nur letztere an. Daher kommt es, daß man außerhalb von Ajak die dortige Tracht verhältnismäßig wenig kennt. Außer den vorerwähnten, haben die Frauen von Ajak noch Kleidungsstücke, die heutezutage bereits sozusagen Seltenheitswert haben. Als solche dürfen wir betrachten: Das Leibchen, das dazugehörige Ergänzungsstück namens „Pendelv", den Pelz und den „Guba" benannten Überwurf aus dickem, grobem Material. 13 Nyíregyházi Múzeum Évkönyve IV—V. 193