A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 4-5. - 1961 (Nyíregyháza, 1964)

Nyárády Mihály: Die Volkstracht von Ajak

Die erwähnten Garderobestücke wurden, als sie in Mode kamen, von den Ajakern noch als „fremdartig" betrachtet. Diese Kleidungsstücke wurden anfänglich nur von ein bis zwei Alters­klassen getragen. Manchmal übernahmen dann auch jüngere Altersklassen ohne Zögern ihren Gebrauch. Es kam indessen vor, daß Letztere sich selbst eine eigene Mode schufen. So können wir verstehen, daß das 1883 in Mode gekommene, sogen. „Freie Kleid" lediglich von zwei Altersklassen getra­gen und lanciert wurde. Es gab auch ein Kleid, das mehrere Altersklassen übernahmen, nachdem sie es zuvor des „Sinnenreizes" wegen längere Zeit hindurch abgelehnt hatten. (Es gehörte nämlich ein „Steißpolster" (Tur­nüre) dazu, auch wurde das Kleid kurz, — oft nur allzu kurz — gehalten. Das „Bandsaumkleid" — so hieß es — wurde lediglich von 1885—1919 ge­tragen. Es gab Frauen, die es bereits im vierzigsten Lebensjahr ablegten.) Das sogen. „Schloßkleid", das die Frau des Organisten János Leffel­holcz lancierte, am Anfang der 90-er Jahre in Mode, doch tragen es auch heute noch etliche alte Mütterchen. Ein jedes dieser Kleider war durch kürzere oder längere Zeit als „fremdartig" angesehen, genau so, wie das im Vorhergehenden ausführ­lich erörterte „Säumchenkleid". Es gab indessen auch ein „fremdartiges" Kleid, das von den eingesessenen a jaker Frauen ganz und gar abgelehnt wurde. So z. B. die von den Töchtern der aus dem Komitat Heves stam­menden Tabakgärtner getragene, grelle Tracht. Als besonders interessant muß ich hier noch erwähnen, daß einzelne Mädchen in Ajak 1953 und 1960 schon ihrerseits fremdartige Trachten lancierten. Der erste Versuch war — wie ich schon feststellen konnte — erfolglos. Die Frauen von Ajak nahmen das Kleidungsstück nicht an, woll­ten es nicht als „ajakerisch" anerkennen. Über den zweiten Versuch läßt sich noch keine bestimmte Meinung äußern. Insofern jedoch, als die Mädchen noch die Fagon der Kleider besprachen, und nebenbei auch nicht vergessen hatten, sich bei den Kleidern nach den Sonntagen des Monats, den kirchlichen Feiertagen und eventueller Familientrauer zu richten, halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß sich diese Tracht, — oder aber eine Zweite, oder Dritte — in Ajak auf die Dauer behaupten kann und „angenommen", zu einer ajakerischen Volkstracht wird. Bei der Männertracht ist lediglich eine „Rákóczi" benannte, mit Schnüren besetzte Tracht mit Stiefeln als „ajakerisch" zu bezeichnen. Es ist schwer, über ihre Zukunft eine Meinung zu äußern. Aber vielleicht müssen wir gar nicht endgültig mit der Männertracht abschließen. Unter dem Einfluß der Frauen von Ajak kann auch sie eine Wiedergeburt er­leben. M. Nyárády 194

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