A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 1. - 1958 (Nyíregyháza, 1960)
Csallány Dezső: Awarische Funde des Komitates Szabolcs-Szatmár
AW ARISCHE FUNDE DES KOMIT ATS SZABOLCS-SZATMÁR Die awarenzeitlichen Funde des Komitates vermehrten sich in den letzten Jahrzehnten wesentlich. Doch gibt es neben vielen Streufunden heute noch immer wenig authentische Grabfunde. Es sind zu den letzteren die Gräberfelder von Tiszavasvári-Koldusdomb, TiszabercelVékásdűlő, Tiszalök-Hajnalos, Tiszaeszlár-Kunsírpart und mehrere kleinere Grabfunde zu zählen. Durch die typologischen Gruppen unseres awarischen archäologischen Bestandes wird das gewohnte Gesamtbild der awarischen Kultur gezeigt. Neben den Gürtelgarnituren, bestehend aus reichverzierten Bronzegüssen, werden die Keramik, charakteristische Züge der Gräber mit Pferdeskeletteilen und die Waffen hervorgehoben. Das Fundmaterial lässt sich chronologisch auf drei verschiedene Gruppen teilen : I. Die frühe Awarenzeit. Zeit der östlichen Beziehungen und des byzantinischen Einflusses (568—679). II. Übergangszeit. Anfänge der inneren Entwicklung 680—etwa 720). III. Zeit der Greifen- und Rankengruppe (etwa 721—896). Neben dem Übergewicht der ersten Gruppe lässt sich hauptsächlich nur das Denkmalmaterial der dritten Gruppe betonen. In der Frühawarenzeit wird man mit dem Weiterleben sarmatischer Volkselemente zu rechnen haben (Tiszabercel). Dabei wird gleichzeitig das vollkommene Fehlen gepidischer Volkselemente für das Komitat Szabolcs-Szatmár festgestellt. In dieser Zeit Hessen sich Kutrigur-Bulgaren (-Hunnen) nieder, die vom awarischen Ritus beeinflusst waren (Tiszavasvári-Koldusdomb) ; (Nyíregyháza-stadtische Gärtnerei, datiert mit dem Goldsolidus des Maurikios Tiberios, 582—602). Die archäologische Hinterlassenschaft derselben weist mit den Funden des Gebietes zwischen Donau und Theiss einerseits, und durch die Steigbügel, versehen mit langem Ohr, sowie durch die Lanzenspitzen, mit Ostasien und Südrussland anderseits, die engsten Zusammenhänge (bulgarische, d. h. hunnische Beziehungen) auf. Die Steigbügel mit schlingenartigem Ohr weisen auf Zusammenhänge mit dem mittleren Wolgagebiet und Permien hin (awarische, bezw. pseudoawarische Volksmasse). Der Harnisch von Tiszavasvári scheint aus derselben Werkstatt, wie derjenige von Kertsch, zu stammen. Für die frühawarenzeitlichen Funde sind die gepressten Gürtel- und Pferdegeschirr-Zieraten charakteristisch. Was die Keramik betrifft, sind die handgefertigten, unverzierten Tongefässe trichterförmigen Mundes am häufigsten. Der Bestattungsritus ist verschieden (die Toten werden mit Fuss nach SW, S, bezw. О gerichtet beigesetzt). In den sog. Reiter84