A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 1. - 1958 (Nyíregyháza, 1960)

Nyárády Mihály: Salpetersieden im Komitat Szabolcs in den XVI–XIX. Jahrhunderten

SALPETERSIEDEN IM KOMITAT SZABOLCS IN DEN XVI —XIX. JAHRHUNDERTEN Um ein Jahrhundert vorher war das Salpetersieden im Komitat Sza­bolcs ein allgemein bekannter Industriezweig. Heute weiss man aber um diese Tatsache, obwohl es in vielen Gemeinden des Komitates jahr­hundertelang betrieben wurde, bereits ziemlich wenig. Im Szabolcs (hier wird natürlich das alte Komitat Szabolcs gemeint) wurde der Kalisalpeter als Salpeter gemeint und genannt. Diese chemi­sche Verbindung bildete den grundlegend wichtigsten Bestandteil des Schiesspulvers. Mit Beimischen von Schwefel und pulverisierter Holz­kohle wurde das Schiesspulver hergestellt. Die früheste Angabe über das Salpetersieden im Komitat Szabolcs stammt aus dem Jahre 1620, die letzte dagegen aus dem Jahre 1881. Aus unserer Angabe vom Jahre 1620 erhellt sich, dass es überall in diesem Komitate einen entwickelten volkstümlichen Industriezweig bildete. Somit lässt sich mit der höchsten Wahrscheinlichkeit behaupten, dass es auf dem Gebiet unseres Komitates auch Ende des XVI. Jahr­hunderts betrieben worden ist. Nimmt man die Umstände jener Zeit in Betracht, kann als Tatsache angenommen werden, dass die Einführung des Salpetersiedens im Komitat Szabolcs mit der Erhebung der Burg von Nagykálló zum Grenzposten im Zusammenhang stand. Als einer der wichtigsten Beweise hierfür soll die Tatsache dienen, dass der Mittel­punkt des Salpetersiedens sich in den frühesten Zeiten in der Burg von Nagykálló selbst befunden hatte. Von dieser Zentralstelle aus wurden die Salpetersieder des Komitates mit Instruktionen versehen und die zum Salpetersieden gebräuchlichen Kessel für sie zur Verfügung ge­stellt. Ebendaselbst wurde der Salpeter, mehr oder weniger fertiggestellt, eingelöst. Im Laufe der Zeit wurde das Salpetersieden in neunundvierzig Gemeinden betrieben. Die grosse Mehrzahl der Sieder bestand aus Bauern (Leibeigenen). Es kamen hie und da auch arme Adelige, oder grund­besitzende Adelige vor. Ja sogar gab es auch manche „Silesiten" (d. h. Leute schlesischer Abstammung), die gewöhnlich auf eigene Faust ge­arbeitet hatten. An der Zentralstelle selbt wurden natürlich auch Lohnarbeiter angestellt. Die Technik der Gewinnung des Salpeters war im Komitat nicht ein­heitlich. Die älteste Art war diejenige von „porvonás", d. h. Abziehen des Staubes. Diese Methode wurde ausschliesslich in Nagykálló geübt. Sie wurde auch durch die Anlage dieser Gemeinde bedingt. Der zu den Füssen der Burgmauern liegende fette, vermistete Staub wurde abge­zogen, eine Zeitlang gelassen in Feuchtem zu reifen, dann ausgelaugt und nach Eindampfen gebaucht. 212

Next

/
Thumbnails
Contents