A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 1. - 1958 (Nyíregyháza, 1960)

Nyárády Mihály: Salpetersieden im Komitat Szabolcs in den XVI–XIX. Jahrhunderten

Die gewöhnliche Technik des Salpetersiedens ist mit der vorigen ver­wandt. Sie stand Ende des XVIII. und Anfang des XIX. Jahrhunderts in Mode und wurde durch die „Silesiten" geübt. Sie bestand darin, dass der Fussboden der Ställe und der Bauernhäuser aufgegraben, die gewonnene Erde ausgetragen und eingekocht wurde. Von den beiden erwähnten Methoden unterschied sich die Methode des Fegens wesentlich. Sie scheint auf den Szabolcser Feldern bereits Anfang des XVII. Jahrhunderts bekannt gewesen zu sein. Nach gewissen Umständen urteilend muss man aber sie für das Komitat Szabolcs chro­nologisch als der erstgenannten Technik folgend betrachten. Soweit aber dem Salpeter-Sachverständigen der Königin Maria Theresia, Stephan Haeckel, diese Methode unbekannt war, kann sie als eine in Nagykálló einheimische Technik gelten. Sie mag Erfindung eines Nagykállóer Sal­petersieders, der in Erkenntnis des gemeinsamen Vorkommens der Soda­erde und des Salpeters im Fussboden der Ställe und Bauernzimmer, die Trennung der bei den chemischen Verbindungen versuchte, gewesen sein. Der gefegte Salpeter wurde auf ,,szérűk" (plur.), d. h. Tennen, ge­wonnen. Diese Tennen waren von Unkraut gereinigte, wässerige, natron­haltige, mit Sand und Urin der Tiere verbesserte, umgepflügte, flache und unumzäunte Flächen. Der Name „szérűk" wurde ihnen deshalb bei­gesetzt, weil sie grösstenteils im Binnengebiet der Dörfer, in Nachbar­schaft der Getreidetennen, oder aber an Stelle derselben, gefertigt wor­den waren. Diese Tennen waren keineswegs einförmig. Demgemäss war ja auch die Arbeit auf denselben verschiedenartig. Die durch die Gelehr­ten Joseph Szabó und Peter Treitz als Muster (ja sogar als alleinstehend) beschriebene Tenne und die Arbeitsmethode auf derselben, ist nicht als eine volkstümliche, bäuerische Methode, sondern die der herrschaftli­chen Tennen, also eine herrschaftliche Methode zu betrachten. Sie war daneben grösstenteils auch zweckwidrig. Die Art der Gewinnung des Salpeters auf Tennen mag anfangs unter den Leibeigenen der Besitztümer des Fiskus' verbreitet sein. Die Ursache davon war, dass die fortwährend Geldnot leidenden Leibeigenen dadurch fliessend zu Geld gelangen konnten. Auch manche Begünstigungen, vor allem Befreiung von Militärdienst, Einquartierung und Frachten für das Komitat, haben dabei mitgewirkt. Die Arbeit der Zentralstelle für Salpeter bestand aus Auslaugen, Einkochen, rohem Kristallisieren, erstem Lassen, Waschen, zweitem Lassen und einigen nachträglichen Arbeiten. Die Salpetersieder vereinigten sich im Komitat Szabolcs nicht in Zünfte. Trotzdem konnten sie ihre Rechte und Interessen verteidigen. Gegenüber den Herrschaften hegten sie bei den Behörden Klage. Gegen­über den Behörden half nur das Einstellen der Arbeit. Die Geschichte des Salpetersiedens betreffend sei hier Folgendes erwähnt : Als unentbehrliches Mittel zur Kriegsführung und zum Berg­bau in der Zeit vom Ende des XVII. bis Anfang des XIX. Jahrhunderts wurde der Salpeter durch die Staatsführung immer hochgeschätzt. Die Macht über die Szabolcser Teile wurde mit kleineren oder grösseren Unterbrechungen durch die Könige des Hauses der Habsburgen aus­geübt. Sie ging nur bei Angelegenheit einiger Freiheitsbewegungen in 213

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