Horváth János: Kunffy Lajos - A somogytúri Kunffy Emlékmúzeum katalógusa (Kaposvár, 2005)

/d^^^V^? begeistert, wie gut ich den Charakter zurückgebe. Er war ein Erwerbertyp, aber er überschätzte das materielle Vermögen nicht. Er kümmerte sich darum, seinen drei Söhnen Unterhalt geben zu können. Wenn es aber nicht seinen Wünschen entsprechend gelang, war er auch so zufrieden. Er begründete es mit den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen und sagte, dass wir auch zurückblicken müssen, es gibt Leute, die noch einen schlechteren Zustand haben, trotzdem beschweren sie sich nicht. Er gab seinen Kindern alles, was ihre bürgerliche Erziehung erwünschte. " Das Zimmer der Ehefrau des Künstlers Das frauenhafte Enterieur wiederspiegelt den Geschmack von Frau Kunffy. Mit der Einrichtung der Wohnung und dem Zusammenwählen der Möbelstücke war die geschulte, in Budapest erzogene Ehefrau beauftragt. Sie konnte um ihren Künstlermann eine angenehme familiäre und freundschaftliche Atmosphäre schaffen. Die Gemälden zeigen die dekorative Schönheit, das Klaviertalent und die mütterliche Rolle von Frau Kunffy. Bei Geburt wurde das Hören der Frau beschädigt. Freund der Familie war Emil Sauer deutscher Pianist, Schüler von Liszt, virtuoser Künstler der Werke des großen Meisters. Er hat sowohl in der Pariser als auch in der Budapester Wohnung von Kunffys Klavierabende gegeben. Der Maler schrieb über seine Frau: „Zu unseren Abenden luden wir die französischen Künstler ein, so erweiterte sich unser Bekanntenkreis gesellschaftlich. Meine Frau sprach ausgezeichnet französisch, was bei Ausländern ganz ungewöhnlich war und die Franzosen haben es besonders anerkannt. Sie war auch in der franzosischen Literatur und Geschichte ausgezeichnet orientiert, was den Franzosen aufgefallen hat. Mit ihrer Schönheit und auffallender Erscheinung war sie Zier sogar der Pariser Gesellschaft. Sie imponierte mit ihrer musikalischen Kentnissen und mit ihrem künstlerischen Klavierspiel. Sie war einer der besten Schülerinnen von Árpád Szendi, der sie zu professioneller Künstlerin machen wollte. Damals spielte sie noch gern in der Gesellschaft. Eines Tages wurde sie um Spiel auf dem Abend von Gaston La Touché in Saint Cloud gebeten, und die große französische Gesellschaft war vor ihrem Spiel total entzückt. Bartholomé, der bekannte Bildhauer, der am Eingang des Friedhofes Perle la Cheise das bekannte „Aux morts" Schöpfung machte, hat sie danach bei jeder Begegnung so begrüßt: je n'oublierai jamais cette rapsodi de Liszt. (Ich werde nie diese Liszt Rapsodie vergessen.) An einem Abend der österreichisch-ungarischen Botschaft war sie von bekannten ums Spiel gebeten, hier waren aber Berufsmusikanten zur Unterhaltung der großen Gesellschaft angestellt, sie zögerte sich zu spielen. So um Mitternacht wurde ihr weisgemacht, dass die Berufsmusiker schon weg sind . Da setzte sie sich zum Klavier und gleich nach den ersten Takten strömelte die ganze Gesellschaft zum Klavier, obwohl sich niemand bei dem Spiel der Berufsmusikanten in der Unterhaltung stören ließ. In ihrem Spiel ertönte die Seele und alle ihre Zuhörer waren davon tief betroffen. Alle haben in tiefer Stille zugehört. Leider ist ihr Hören immer schwächer geworden, obwohl man alles in ihrem Interesse unternommen hat, erstmal ein Professor aus Paris, später der berühmteste Spezialist Professor Urbanischitsch, ihr aufrischtiger alter Freund, niemand konnte aber ihr helfen. 87

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