Horváth János: Kunffy Lajos - A somogytúri Kunffy Emlékmúzeum katalógusa (Kaposvár, 2005)
JÁNOS HORVÁTH: LAJOS KUNFFY (1869-1962) Lajos Kunffy, der favorisierte Künstler der Jahrhundertswende und der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts in Ungarn war Zeuge einer fast jahrhundertelangen Kunst- und Geschichtsschicksalswendung. Als Künstler hinterließ er der Nachwelt ein Lebenswerk von großem Wert und als Vertreter der Geistesaristokratie ein nachamenswertes öffentliches Verhalten. In einem kleinen Dorf Begann sein Aufstieg im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts. Er verbrachte fast 20 Jahre in Paris, in der Hauptstadt der Kunst, wo er an der Ausstellungen von Salons regelmäßig teilnahm. Themen seiner sonnigen impressionistischen Gemälde entnahm er dem Leben an eigenem Landgut in seiner Heimat. An seinen gemälden erschienen die Bauerleute in Volkstracht und Zigeuner in buntfarbigem Kleid mit einer solchen Anziehungskraft wie das bretonische Volk erschien an Gemälden von seinen französischen Zeitgenossen, Lucien Simon oder Cottet, bzw. Die Indianer an Gemälden des amerikanischen Remingtons. Als er seine Glanzzeit erlebte, war er ein Mitglied des oberen französischen gesellschaftlichen Lebens. Er gehörte zum intimen Kreis von Künstlern Rodin, Munkácsy, Besnard, Lhermitte, La Touche und Lucien Simon. Als ein rutinierter Kulturdiplomat bekam er das Ritterkreuz der französischen Ehrenlegition. Die nach zwei Weltkriegen ausgebildeten gesellschaftlichen und Grenzenverhältnisse verursachten seine sukzessive Isolation von Europa. Sein Adelsgut wurde vom Sozialismus liquidiert. Er bewarte sich von den politischen Bloßstellungen nur mit das nur seine Kunst erarbeitete Prestige. Wir erinnern uns an ihn nur als an einen friedlichen Patriarchen mit weißem Bart, der in Somogytúr ein gemütliches Museum als sein Zuhause hat. Er wurde am 2. Oktober 1869 in Orci, in einer kunstliebenden Familie geboren. Seine Mutter, geb. Hermina Hochsinger gebär 4 Kinder. Mit Herstellung von Volkstextilstickerei, Hausmusikmachen und Wohltätigkeitsveranstaltungen machte sie das Leben der Familie bunter, seelisch reicher. Der Vater, Adolf Kunffy, der letzte Garibaldianer diente mit napoleon-Ideen durchtränkt 4 Jahre lang in Neapel, in der Armie von Garibaldi unter Flagge der ungarischen Legion. Mit tüchtiger und fleißiger arbeit erwarb er sich ein ansehnliches Landgut und dazu erhielt auch den Adel. Er beschrieb seine Erlebnisse in Italien und veröffentlichte sie. Die Familie richtete sich in ihrem Kaposvárer Zuhause nach bürgerlicher Lebensform ein. Lajos Kunffy schloß seine Grund- und Mittelschule in Kaposvár ab. Die Ferien verbrachte er auf dem Lande. Nach dem Abitur begann er mit seinen Studien an juristischer Fakultät der Pester Universität und gleichzeitig besuchte auch die Stunden der Musterzeichnenschule. Während seines dritten Juristenjahres diente er als Liniensoldat in der Armie. Dann fuhr er im Jahre 1890 nach München, in 80