Kemény Zoltán: Dunántúli tárlat, 1981
N • lach der Absicht der veranstaltenden Organe wird die Transdanubianische Ausstellung in der Zukunft zu einem systematischen Ausstellungs-Forum. In jedem dritten Jahr kommt sie zur Veranstaltung als ein in das Landes-Ausstellungsprogramm sich einpassendes, für die bildende Kunst hervorgehobenes Ereignis. Zwar komm: die Reihe als das auch ihre Nummer bezeichnet, nicht ohne jede Voraussetzung an diese Aussteilung, aber als eine sich periodisch wiederholende Veranstaltung, dessen Tradition, zugleich auch ihren Zukunft versichernden Rang man jetzt begründen muss, welcher mit seinem Niveau sowohl der Interesses des Publikums als auch der Gemeinschaft der bildenden Künstler würdig ist — die wohlwollende Unterstützung des ersteren und die aus Selbstachtung entspringende, die Qualität versichernde Anteilnahme der letzteren gewonnen. Ob wessen Forum die gegenwärtige Ausstellung und die nach ihr folgende Serie wünscht? Das der transdanubianischen Kunst, den transdanubianischen Künstler oder der Kunst in Transdanubien? Diese Fragen seiheinen für wortspielerisch, im ersten Moment vielleicht unverständlich, zugleich sinnlos. Meiner Meinung nach berühren sie aber ein sehr wesentliches Problem. Aus der Antwort wird vielleicht auch das klar, ob warum. Wir möchten in Transdanubien ein Forum für die Kunst schaffen, dessen kein Ziel, sondern nur eine Verwirklichungsform ist, dass es für die in Transdanubien lebenden Künstler eine Möglichkeit zur Offenbarung, zur Meinungsäusserung anbietet. Denn die Kunst muss grundlegend die Form einer aus bestimmtem Benehmen stammenden Meinungsäusserung sein. Das ethisch, weltanschaulich, durch die Vollständigkeit seiner Persönlichkeit determinierte Reagieren des Künstlers auf die immerhin gegebene Wirklichkeit, auf die Tatsachen seiner Umgebung, seine menschlichen Verbindungen, weiterhin auf die Probleme der Gesellschaft. Auf dem Grunde dieser im Werk abgefassten Meinung kann das Publikum, welches nur auf eine Meinung mit seiner Meinung reagieren kann, das noch für es Unbekannte entdecken, oder die neuen Wahrheiten, Schönheiten des schon Bekannten sich aneignen. Weil es keine separate transdanubianische Wirklichkeit gibt, so kann man auch nicht in einem solchen unterschiedlichen Sinne über eine transdanubianische Kunst sprechen. Natürlich kann die Landschaft, die menschliche und natürliche Umgebung eine künstlerische Äusserung speziell färben, aber sie können die verschiedenen künstlerischen Ausdrücke, „Modulationen" nicht uniformieren. So würden wir auf den Ausstellungen umsonst eine stilare, formulierte Einheit suchen, auch anschaulich kann man die einzelnen Schöpfer und Gestaltungen nur auf sehr hinübergesetztzer Weise miteinander in Verwandschaft bringen. Ich meine, dass unsere Ausstellung einen glaubwürdigen Überblick von der nicht zerteilbaren bildenden Kunst, eines Landteiles bietet, wenn auch annähernd nur die Hälfte der auf diesem Gebiete lebenden, seinen Beruf als „eingetragene" Beschäftigung übenden nahezu zweihundertfünfzig Künstler eine Öffentlichkeit bekommen hat. Das ist die Folge teils des Mangels an Absicht des Mitwirkens (das Fernbleiben kann verschiedene Ursachen haben, nicht nur das zufällige Uninteresse), teils aber des zu hoch gestellten Masses des Auswählens. Die Strenge der Jury wollte die ihre Werke eingesandten, doch diesmal nicht mitwirkenden Schöpfer nicht ausschliessen, besonders hinsichtlich der Zukunft