Ikvai Nándor szerk.: Börzsöny néprajza (Studia Comitatensia 5. Szentendre, 1977)
Német nyelvű kivonatok cikkenként
László Szabó—István Szabó: VOLKSGESELLSCHAFT IM IPOLY-TALE Die Verfasser untersuchen wie sich im früher zum Komitat Hont gehörenden Teil des Ipoly-Tales die Struktur der Gesellschaft in der Übergangszeit aus dem Feudalismus in den Kapitalismus änderte. Ihre Untersuchungen richten sich genau genommen auf den Bauernstand, jedoch fügen sie denselben in die Gesamtheit der Dorfgesellschaft ein und untersuchen ihr Verhältnis zur Dorfintelligenz, zu den Handwerkern bzw. zu den ausserhalb des Dorfes in Meierhöfen lebenden Dienstleuten. Im Laufe der Untersuchung kann festgestellt werden, dass das Dorfbild einer jeden Gemeinde viele Reste des alten, leibeigenalterlichen Ursprungs und dessen Eigenartigkeiten bewahrt. Die Bewohner des Dorfes sondern sich nicht je nach Siedlungsteilen ab, sie bilden eine homogene Einheit, welche auch im Baustil zum Ausdruck gelangt. Die Benennung einzelner Gesellschaftsschichten lässt auf leibeigenalterliche Verbundenheiten schliessen und zeigt, dass die Erinnerung des gesellschaftlichen Status vor 1848 im Bewusstsein der einzelnen Familien und der Gesamtgemeinschaft bis heute aufzufinden ist. Die Benennung Leibeigene (jobbágy) wird als Rang betrachtet, von diesen sondern sich die Kätner (zsellérek) bzw. ihre Nachkommen ab. Die verarmten Leibeigenen bzw. ihre Nachkommen werden nicht Kätner, sondern mit herabschätzender Spitze Seidenleibeigene (selyemjobbágyok) genannt. Bis 1950 differenzierten sich die Schichten der Leibeigenen, der Seidenleibeigenen und Kätner auch in Lebensauffassung und Lebensart voneinander, obwohl kein Gegensatz zwischen ihnen entstand. Die Schichtbenennungen der kapitalistischen Zeit (Bauer, Arbeiter, Taglöhner) konnten nicht allgemein werden. Dies alles bezeugt, dass die ganze Bauerngesellschaft dem Rahmen der Leibeigenenzeit nur wenig entwachsen konnte. Im zweiten Teil des Aufsatzes geben die Verfasser eine ausführliche Analyse der Prägung der Wirtschaft einzelner Schichten und zeigen darauf, dass sich in dieser Gegend keine spezialisierte Bauernwirtschaft (kapitalistischen Charakters) entwickelte. Auch die grössten Wirtschaften waren ziemlich zusammengesetzt, sie mussten die kleinste Möglichkeit sofort ergreifen um deren Einkommen ausnutzen und sich über Wasser halten zu können. Zwischen den Vermögenderen und den völlig Besitzlosen gab es lediglich so viel Unterschied, dass die Beschäftigung mit Boden und Vieh bei den Vermögenderen einen grösseren Teil der jährlichen Gesamttätigkeit ausmachte als bei den Besitzlosen. Es bedeutete jedoch nicht, dass sie besser lebten und auf einen mehr sicheren Boden standen. Charakteristisch auf den Bauernstand dieser Gegend ist das Leben von heute auf morgen, und da dies jede Schicht ebenso bezeichnet gibt es zwischen den einzelnen Schichten eigentlich keinen Gegensatz. Ausser den naturgebotenen kargen Möglichkeiten war der Grossbesitz die Ursache der hiesigen allgemeinen Armut und der Zusammengesetztheit der Tätigkeit. Die Bauernschaft fand keine Entfaltungsmöglichkeit und da der Grossbesitz geistliches und nicht weltliches Gepräge hatte (Ländereien des Erzbistums von Esztergom), konservierte dieses mit seiner doppelten (geistlichen, weltlichen) Suprematie die Zustände der Leibeigenschaft noch mehr. Zum Schluss befassen sich die Verfasser ausführlich mit der noch heute 672