Hann Ferenc: Paulovics. Kántor Lajos és Kocsis István írásaival (A PMMI kiadványai. Pest Megyei Múzeumok Igazgatósága – Ferenczy Múzeum, Szentendre, 2008)

Hann Ferenc - Die Laufbahn des Künstlers

Extra Muros (Die Jahre in Deutschland, 1985-1997) Um 1983 machte das Ceau^escu-System das Leben in Rumänien unerträg­lich, unwohnbar, zu einer geistigen und wirtschaftlichen Einöde. Diese unbe­schreiblichen Zustände machten auch der nicht geschulten Bevölkerung das Leben unerträglich, und die intellektuellen Menschen wurden in gitterlose Zel­len gedrängt. Die einen integrierten Teil der Kultur von Siebenbürgen bildenden Sachsen wurden für gutes Geld an Deutschland „verkauft" und die verächtlichen und verletzenden Worte wurden alltäglich, wie z. B. bozgor (heimatlos), womit man die ungarische Urbevölkerung von Siebenbürgen und dem Partium be­schimpfte. Der vielseitige Künstler, der sich öffentlicher Anerkennung erfreute (und auch die rumänische Kritik gut aufnahm) entschloß sich schweren Herzens 1985 sein Heimatland zu verlassen. Nach abenteuerlicher und nervender Reise (versehen mit den Unverschämtheiten der Ämter angereichert) kam er in Bayern an, und fand später in Südwestfalen die Kleinstadt Iserlohn (das ist natürlich nur in deutschem Verhältnis Kleinstadt, denn sie hat hunderttausend Einwohner), in die ihm bald auch seine Familie folgte. In dem nur ein paar Kilometer entfernten Barendorf be­kommt er bald ein geräumiges Atelier. Er lebt in einer doppelten Situation. Einer­seits ist er in jeder Beziehung frei, niemand zieht seinen Reisepaß ein, wie das in Rumänien häufig der Fall war, andererseits ist er trotzdem in der Fremde, in der die Nestwärme der Heimat schwer zu ersetzen ist. Weil Paulovics ein von innen nach außen denkender Künstler ist nimmt er auf gar keinen Fall Stilmoden auf, kopiert keine damals und dort populären Malarten, obwohl sich zweifellos sehr viel ändert und sich sei­ne Piktur stetig der lyrischen Abstraktion, der Gesten­malerei zuwendet. Es ist allerdings wichtig zu wissen (auch wenn der oberflächliche Betrachter anders dar­über denkt), daß nicht von einer radikalen sprungar­tigen Änderung die Rede ist, denn die realistischen Momente bleiben noch lange erhalten und die An­sicht wendet sich langsam der klaren gefühlvollen Vermittlung zu. Ein schönes Beispiel dafür ist der 1992 gemalte Christus von Siebenbürgen, auf dem der Corpus schon von den kräftigen, impulsiven Pinselstrichen über­deckt ist. Es gibt kein leidensvolles Gesicht und ké­nen verdrehten Körper, und trotzdem ist das Leiden vorhanden, das Mysterium, das Mitgefühl des Künst­lers, seine Identifizierung mit dem Schicksal Christi. Einfacher gesagt wird die malerische Mitteilung zu gefühlvollen Begriffen und die gegenständliche rea­listische Vortragsart verschwindet. Lovag kor -1991 - kevert technika - 100 x70 cm

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