Katalin Gellér: Die künstler-kolonie in Gödöllő 1901-1920 (Gödöllő, 2001)

Aladár Körösfői-Kriesch: Ego sum via, Veritas et vita / Tempera auf Leinert, 1903 Lyka und Artúr Elek freundschaftliche Beziehungen, und auch die Kritikerin von The Studio, Amelia Sarah Levetus, berich­tete regelmäßig über ihre neuesten Arbeiten. Die Webschule zog mehrere Künstler an; einige Teppichentwürfe von János Vaszary und Artúr Lakatos wurden in Gödöllő ausgeführt. Es entstand auch eine Bildhauer- und Keramikwerkstatt, außer­dem umfaßte ihre künstlerische Tätigkeit fast alle Gattungen: Möbel- und Lederdesign, Stickerei, Entwürfe für Mosaiken und Glasmalerei. Ihre Stickerei- und Interieur- sowie Teppich­und Ornamentikentwürfe wurden in den „Musterblättern" [Mintalapok] verbreitet. Emil Fischer beispielsweise verwand­te einige zur Verzierung von Keramikgefäßen. Weiterhin ist ihre literarische Tätigkeit bekannt. Die Gödöllőer nahmen an zahlreichen Einzel- und Gruppen­ausstellungen teil. Ihre erste gemeinsame Ausstellung fand 1904 im Kreis der Kunstfreunde [Műbarátok Köre] statt. Ihre größte Gemeinschaftsausstellung organisierten sie 1909 im Nationalen Salon [Nemzeti Szalon], Sie nahmen an den Welt­ausstellungen in Paris (1900), St. Louis (1904) und Mailand (1906) teil und gewannen dort Preise. Sie beteiligten sich ak­tiv am künstlerischen Leben in Ungarn. Die leitenden Künstler wurden 1907 in den Kreis der Ungarischen Impressionisten und Naturalisten [Magyar Impresszionisták és Naturalisták Köre] gewählt, sie waren Gründungsmitglieder der Gesell­schaft der Ungarischen Aquarell- und Pastellmaler [Magyar Akvarell és Pasztellfestők Társasága], Körösfői-Kriesch grün­dete 1913 die Gesellschaft der Zunftgenossen [Céhbeliek Tár­sasága], RUSKIN UND MORRIS, TOLSTOI UND DER EINFLUSS DER GNOSTISCHEN LEHREN Die meisten Künstler studierten in Budapest, in der Modell­zeichenschule [Mintarajziskola] oder in der Schule für Technisches Zeichnen [lparrajziskola], bzw. in Wien, München, Berlin, Rom und Paris oder absolvierten Studien im Ausland. Nach 1900 reisten sie vor allem nach England und Griechen­land. Körösfői-Kriesch gehörte zu den Lieblingsschülern von Bertalan Székely, doch sie lernten sich erst 1891 in Rom ken­nen. Die etwas trockene Graphik ihrer Werke mit religiöser Thematik und vor allem ihr Interesse für alte Techniken lassen sich auch mit dieser Tradition in Verbindung bringen. In Rom erlernten sie auch die Pleinairmalerei. Die nächste Station der Laufbahn Sándor Nagys war Paris (1892-1900) - das hinsichtlich der modernen Kunst attrakti­ver war als Rom wo er an der Julian-Akademie studierte. Hier beeinflußten ihn die zeitgenössischen symbolistischen Strömungen, die Publikationen Héléne Blavatskys und die Gesellschaft der Rosenkreuzmaler. Ihre in den 1890er Jahren entstandenen Ideen kamen in zwei Werken aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts zum Ausdruck: in Nagys Gemälde „Meister, wo wohnest du?" [Mes­ter, hol lakol?] (1901) und Körösföi-Krieschs Komposition „Ego sum via, veritas et vita" (1903). Dem Kompositionsschema

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