Katalin Gellér: Die künstler-kolonie in Gödöllő 1901-1920 (Gödöllő, 2001)

Budapest 1855), arbeitete in der Webschule, Gelegentlich entwarf auch die dritte Schwester, Jolán (1884-1958), kleine­re Accessoires. Von den Schülern wohnte Rezső (Rudolf) Mihály (Müller) (Budapest 1889 - Balatonalmádi 1972) nur einige Jahre in Gödöllő, Jenő György Remsey (Békéscsaba 1885 - Gödöllő 1980) hingegen ließ sich endgültig nieder und gründete eine Malerdynastie. Sein Bruder, Zoltán Remsey (1893-1925), ar­István Medgyaszay: Léo Belmonles Atelierhaus, 1904-1906 beitete ab 1913 hier. Auch andere Künstler hatten Kontakte zur Künstlerkolonie, so lernte hier z.B. der Graphiker Charles de Fontanay. Die Remseys riefen György Dettér (Détári) nach Gödöllő, lm Zuge der Forschungsarbeit sind auch bisher un­bekannte Namen zum Vorschein gekommen, so der von Lász­ló lnotai, dem Leiter der Schule für technisches Zeichnen in Temesvár [heute rum. Timisoara], Die künstlerischen und freundschaftlichen Beziehungen der Gödöllőer, die sie auf ihren Auslandsreisen knüpften, erstreckten sich praktisch über ganz Europa, und ihre ent­schiedene geistige Stellungnahme zog Künstler und Denker mit ähnlichen Bestrebungen an. Aufgrund dessen ließ sich Léo Belmonte, ein Studienkollege Sándor Nagys von der Julian-Akademie, in Gödöllő nieder. Der Mainzer Arzt Eduard Frank, von dessen Familie Belmonte Porträts anfertigte, unter­stützte sie beim Bau ihres Atelier-Doppelhauses in der Erdő utca 34 und 36. Sándor Nagy und Körösfői-Kriesch hatten Ernest Percyval Tudor-Hart (Montreal L873-Cataraqui 1954), einen Verwand­ten der englischen Königsfamilie, ebenfalls an der Julian­Akademie kennengelernt. Seinen letzten Teppichentwurf (Adam und Eva im Paradies, L926-196L) webte Léo Belmonte bereits in Paris. Einem Ausstellungskatalog von L909 zufolge standen sie mit französischen, deutschen und belgischen theosophischen Malern in Verbindung und planten eine gemeinsame Ausstellung in Budapest. Außerdem hatten sie eine freundschaftliche Beziehung zu dem finnischen Künstler Akseli Gallen-Kallela, den sie bei seinem Besuch in Ungarn kennengelernt hatten. Sándor Nagy korrespondierte mit dem in Berlin lebenden Gnostiker Jenő Henrik Schmitt, und später trafen sie sich auch im Kaffeehaus Holcze in Budapest, wo sich Schmitts Anhän­ger versammelten. Auch nach L900 erhielten sie den Kontakt zu Jenő Boér, dem Eigentümer der Kurie in Diód, aufrecht, weiterhin zu dem österreichischen Porträtmaler Tom (Thomas Richard) von Dreger (Brünn 1868-Wien 1948), der sich auf­grund ihres Einflusses mit seiner zahlreichen Familie in Diód niederließ und seine ethische Erneuerung mit dem Kennen­lernen der Gödöllőer verband. Zu den Musikabenden, Lesungen und Maskenbällen in fa­miliärer Atmosphäre kamen viele geistige Größen nach Gö­döllő. Bei den zweimal wöchentlich veranstalteten Zusam­Rudolf Balogh: Aladár Körösfői-Krieschs Atelier in Gödöllő, 1910 menkünften lasen Gorki, Maeterlinck und Anatole France aus ihren Werken. Außerdem standen die Gödöllőer mit zeitge­nössischen Schriftstellern, Dichtern und Komponisten in Ver­bindung. Sie luden auch Loránd Orbós Puppentheater ein und gaben selbst Vorstellungen dieser Art. Körösfői-Kriesch spielte Geige, seine Schwester Klavier. L9L2 gab es sogar eine Tanzvorstel­lung: Valéria Dienes, die die Methode Raymond Duncans in Ungarn verbreitete, stellte ihre Kunst vor. Mit ihr hatte in erster Linie Mariska Undi eine enge Verbindung, sie malte ihr Porträt. Die Zusammenkünfte besuchte auch die Bildhauerin Irma Duczynska (Ducinska) (Lemberg L869-München 1932). Von den jungen Künstlern hatten unter anderem Jenő György Remsey, die Weberin Vilma Frey und Mariska Undi auch in der freien Schule in Nagybánya studiert. Rezső Mi­hály und István Zichy besuchten die Vorstellungen der Thalia­Gesellschaft und entwarfen Bühnenbilder. György Jenő Rem­sey publizierte zusammen mit Lajos Gulácsy und Arnold Gara einen illustrierten Band. Von den namhaftesten Kritikern der Epoche unterhielten die Gödöllőer in erster Linie zu Károly

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