Bodonyi Emőke: Hajdú László. Helyzetek és Érzetek. 2015. máricus 22 - május 24. MűvészetiMalom, Szentendre - MűvészetMalom kiadványai 8. (Szentendre, 2015)

Monográfia

grundsätzlich geometrische Kunst nicht nur rein geometrisch blieb. Zugleich näherte er sich, nach seinen eigenen Angaben, in dieser Zeit der konkreten Kunst an. Nicht zufällig stellte er das Quadrat, das außer auf sich selbst, auf rein gar nichts hinweist, in seine damalige Motivsammlung. Ein eindeutiger Hinweis auf die Kunst von Malewitsch. Bis zum Ende des Jahrzehnts füllte sich auch der Raum um den Turm mit Gesten. Die Diskrepanz, der Gegensatz zwischen den sauberen und den vitalen Oberflächen erlosch. Die Vitalität breitete sich aus, auch außerhalb der Motive, wobei die Grundformen, wie der Turm und die dahinterliegenden, raumbildenden Ebenen, erhal­ten blieben {Blauer Turm, 1989, Turm VII, 1989). Später wurde die ganze Bildoberfläche vital ausgearbeitet. In diesem gestenreichen Universum tauchte dann eine geometrische Form auf. Außer Türmen waren es Säulen und Idole, oder ein Quadrat, auf eine Ecke gestellt. Seine Kante berührte ein ähnlich koloriertes, waagerecht liegendes Element. Dahinter lag ein glatter, durch anderst gerichtete Gesten gekennzeichneter Hintergrund, umgegeben von einem weiteren, quadratischen Rahmen - ein Hin­weis auf hintereinander liegende Ebenen. Das auf seine Ecke gestellte Quadrat hielt eine momentan statische Situation zwischen Gleichgewicht und Kippen, d.h. zwischen Gleichgewicht und Be­wegung fest. Eines der Bilder von Hajdú trägt den Namen von An­­theus, dem Sohn der Erdmutter Gaia. In der griechischen Mythologie war er ein junger Mann mit enormen Kräften. Wenn seine Kräfte schwanden, brauchte er nur die Erde zu berühren, um wieder neue zu erlangen. Ein zusammenfassendes Werk aus dieser Epoche ist die drei­teilige „Reise" (1989), die sich in einer Sammlung im Ausland befindet. Dieses Bild präsentiert am anschaulichsten, wie die Lei­denschaft aus der Epoche der landschaftsartigen Abstraktion in eine eigenartig strukturierte, aktive Mitwirkung verlangende, mit schnellen Pinselstrichen aufgetragene Oberfläche überging. Und zwar so, dass die sauberen, teilenden Elemente, abgesehen von ihrer metaphorischen Bedeu­tung, diese expressive Ausdrucksweise kom­pensierten. Auf einigen Bildern glichen anstelle der Quadrate, die senkrecht geordneten Kon­turen von idolartigen Säulen diesen vielfarbigen, manchmal leicht glänzenden und einen sphärischen Effekt erzielenden Strom der Gesten aus (Säulen, 1986). In diesem Jahrzehnt wurde die Art’éria Ga­lerie in Szentendre gegründet, wobei sich Hajdú stark engagierte, für ihn ein Meilenstein in seinem Verhältnis zu Szentendre. Die 1986 eröffnete Galerie war eine der ersten Künst­lergemeinschaften, die vom Erlös aus dem Kunsthandel 22 Künstlern ein Auskommen sicherte. Sie organisierte für die Mitglieder meist Ausstellungen in der Galerie in Szentendre, aber auch landesweit in verschiedenen Städten. Eine davon war 1986 die Einzel­ausstellung von Hajdú im Schloss von Sziräk, in der die Gobelins und Bilder, die Motive mit vi­talen Oberflächen darstellten, gezeigt wurden. Die Ausstellungen in der Budapester Dorottya Galerie (1989) und im Budapester Französischen Institut (1990) präsentierten ausschließlich Kom­positionen in dieser neuen Ausdrucksform. Diese letztere Ausstellung widmete der Künstler dem

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