Kisné Cseh Julianna – László János – Prohászka Péter szerk.: Komárom - Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 12. (Tata 2006-2008)
Mráv Zsolt: A pannóniai városok közösségi szoborállításai: Philippus Arabs szoborbázisa Környéről
Die Statuenaufstellungsbräuche pannonischer Städte: Die Statuenbasis des Philippus Arabs aus Környe Zsolt Mráv 1. Die Gemeinschaft der pannonischen Städte oder in ihrer Vertretung die Stadträte errichten Statuen für die Divi Imperatores und die lebenden Kaiser, des weiteren für die patroni ihrer Stadt, für verdiente Bürger sowie selten für Gottheiten. Von diesen Dedikationen zeugen die Inschriften auf den Sockeln der Statuen. 2. Die meisten von Städten aufgestellten Basen trugen bronzevergoldete Statuen der Kaiser (statuae auratae) (Kat.-Nr. 1—17), die — als erwarteter Ausdruck der Loyalität gegenüber Staat und Herrscher - loco publico auf dem forum oder in öffentlichen Gebäuden der Städte standen. Die meisten stammen aus der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr., aus einer Periode, die im ganzen Reich durch die Intensivierung der Dedikation der Kaiserstatuen charakterisiert war. Nach der Mitte des 3. Jahrhunderts waren die wirtschaftlich in katastrophaler Lage befindlichen pannonischen Städte nicht mehr im Stande, die Pflicht der Aufsrellung von Kaiserstatuen zu erfüllen, so daß die gemeinschaftlichen Statuenerrichtungen völlig aufhörten. Und parallel damit begann die Zerstörung der Statuen und ihrer Sockel auf öffentlichen Plätzen der Städte und ihre Weiterverwendung zu anderen Zwecken. (Keine einzige Statuenbasis wurde am ursprünglichen Fundort gefunden.) In den Städten Südpannoniens dienten sie vor allem bei den Stadtinteressen dienenden lokalen Bautätigkeiten (Stadtmauerbau, Kanalisationsabdeckung), in Nordpannonien dagegen wurden die — oftmals an ihrem Standplatz verbliebenen — leeren Sockel schließlich im 4. Jahrhundert vom Heer abtransportiert und als Baumaterial verwendet. (Die NichtVerwendung der Steinblöcke zeigt, daß in den nordpannonischen Städten damals - im Einklang mit dem Fehlen von Bauinschriften — auch schon keine öffentlichen Bauten mehr stattfanden.) Für die Aufstellung von Kaiserstatuen von Privatpersonen oder Körperschaften auf öffentlichen Plätzen in Pannonién gibt es nur Beispiele aus der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts. Die Bürgerschaft war also nur in dieser ersten Blütezeit in der Lage, die teuren Pflichten der Städte zur Aufstellung der Kaiserstatuen zu erfüllen. Seit der Mitte des 2. Jahrhunderts dedizieren nur noch Gemeinschaften oder Stadträte in immer größerer Zahl Kaiserstatuen. 3. Parallel mit der relativ großen Zahl aufgestellter Kaiserstatuen auf öffentlichen Plätzen aufgrund von Privatinitiativen in der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts oder vielleicht gerade dank dieser hochherzigen Ubernahmen waren die Städte in dieser Periode (Ende des 1. - 1. Hälfte des 2. Jh.) noch fähig, ihren patrónus (mehrheitlich die einstigen Statthalter des ungeteilten Pannonién) und ihre verdienten Bürger durch die